Freitag, 31. Dezember 2010

Jahresbewertungsmaßnahme 2010

... wie der Name schon sagt. 2010 ist ja nun dem Ende geneigt, und da wollte ich das Jahr noch einmal objektiv bewertend verabschieden *zwinker*

Gerade eben habe ich noch zwei Folgen der Cordula Stratmann Show gesehen, das ist eine meiner Lieblings-Komödiantinnen, und davor Harald Schmidt. Mit einem Glas Weißwein macht das auch doppelt so viel Spaß ;3

Aber hier jetzt meine Wertungen ...

Spannung: 9/10 ... ich habe desöfteren dieses Jahr nicht gewusst, wie es nun mit mir weiter gehen soll. Zuerst die Ungewissheit mit der Namensänderung, danach kam die nüchterne Entscheidung dazu mein Studium abzubrechen, während ich pflegend neben-jobbte und eine ganz und gar nicht unspannende Liebe eingegangen bin und mich letztlich in die Tagesklinik für Psychiatrie/Psychotherapie habe einweisen lassen. Danach stand ich dann auch vor einer Leere und habe versucht eine Ausbildungsstelle zur Krankenschwester zu bekommen, was durchaus ebenfalls recht spannend verlief, aber letztlich doch prima geklappt hat :)

Emotionen: 10/10 ... dieses Jahr, habe ich so das Gefühl, habe ich fast alle Gefühle, die es gibt, erlebt. Zu Beginn plagten mich noch Stimmungsschwankungen und Gefühlsausbrüche, ich kann mich erinnern, wie ich den Schritt getan hatte nie mehr in Männerklamotten herum zu laufen und damit selbstverständlich als Frau angesprochen wurde. Es war einfach nicht mehr auszuhalten, ich habe schon immer beim Anziehen mit den Tränen zu kämpfen gehabt und saß dann immer heulend in der Straßenbahn oder dem Hörsaal. Danach kam dann der Frühling und ich habe mich einfach nur toll gefühlt. Ich war glücklich über die Veränderungen, obwohl ich damals noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hatte, war ich glücklich überhaupt an diesem Punkt angelangt zu sein.
Dann packte mich die Liebe und schüttelte mich komplett durch. Ich schwebte auf Wolke Sieben, dann wieder im siebten Kellergeschoss, ich habe geliebt und gehasst, das Kribbeln gespürt und die Tränen fließen lassen. Vor allem, als es dann zunehmend krachte und es vorne und hinten nicht klappen konnte, ich am Boden zerstört war und am liebsten mich in den Schlaf getrunken hätte (und ihm die Flasche an den Kopf geworfen hätte).
Schließlich kam dann noch dazu, dass ich ja mein Studium aufgegeben habe und mich das alles einfach nur in eine mittelschwere depressive Episode (so called) hat fallen lassen. Weswegen ich mich in die Klinik habe einweisen lassen und dort wieder viele viele Emotionen mit mir spielten. Angst, Kummer, Hoffnung, Hass, Wut, Bla.
... und seitdem hat es ja nicht etwa aufgehört. Gerade in den letzten Wochen fühle ich mich nur noch rastlos und habe mich auch so oft selbst verletzt wie lange nicht mehr.


Wohlgefühl: 5/10 ... Telefon an Telefon mit meinem damals liebsten habe ich mich sehr wohl gefühlt. Mit den Veränderungen durch die Hormone fühle ich mich auch sehr wohl (ich würde das für kein Geld der Welt wieder hergeben!). In gewissen verschiedenen Wohn- und Daseinssituationen fühle ich mich dagegen aber ganz und gar nicht wohl, genauso wenig wie ich mich mit meinen Genitalien wohl fühle. Ich weiß nicht, ich kann mich einfach nicht mit ihnen anfreunden, noch weniger als früher.
Ich muss gestehen, die Klinik hat in mir einige Dinge gelockert und ich habe gelernt meine Wut nicht nur runter zu schlucken, sondern sie heraus zu lassen. Das habe ich all die Jahre nicht tun können. Leider hat das zur Folge, dass ich rastloser bin und sie einfach aus mir heraus kommen und Impulse zum Selbstverletzen mit sich bringen.

Tatkraft: 7/10 ... Dagegen hat sich 2010 sehr viel getan und ich habe viele Dinge geschafft, die ich mir im Nachhinein gerade nicht wieder zutrauen würde. Gerade die ganze Sache mit der Transition und diese Arztrennerei, der Papierkram, dann die Therapie und das ständige Umgehen mit meiner Wut und den depressiven Schüben. Zum Schluss noch die ganze Bewerbung und die Vorstellungsgespräche usw.
Trotzdem, ich bin der Meinung, dass ich viel mehr hätte schaffen können, gerade bei den Gebieten, die mir schwer fallen: Mehr mit Freunden zu unternehmen und aus der Depression heraus zu kommen und Dinge anzupacken, damit es mir besser geht und nicht einfach in meiner gedrückten Stimmung zu schwelgen.

Spaß: 7/10 ... Dank meiner depressiven Stimmungen und all dem emotionalen Ballast, war es oft schwer für mich Spaß zu haben. Dennoch muss ich aber sagen, dass auch viel geschehen ist, was mich mehr als erfreut hat. Ich habe mit meinen Freunden von der Uni so einige Abende und Stunden an der Uni verbracht, mich mit anderen Freunden getroffen und war oft Shoppen, ich war auf einigen Partys und Feiern, habe mit meinem damaligen Schatzi schöne Dinge durchlebt und nicht zuletzt neue Menschen / Freundschaften und neue Orte entdeckt und viele viele viele schöne Momente durchlebt.
Ich möchte 2010 echt nicht missen!

Selbstverständnis: 8/10 ... Dieser Punkt soll aussagen, wie sehr ich mich persönlich weiterentwickelt habe. Und da muss ich klar sagen, dass ich definitiv so einige Lektionen gelernt habe, über mich und über die Welt. Ich kann mit vielen Dingen selbstverständlicher und gewissenhafter hantieren, bin selbstbewusster und entwickele so langsam ein Gefühl dafür, was ich bin und was ich möchte. Es geht voran :3

Verzweiflung: 6/10 ... Selbsterklärend, oder? ^^
(Studium, Liebe, Aussehen, Genitalien, Schaffenskraft, Depression)

Selbstachtung: 4/10 ... Hiermit will ich werten, wie wohlgesonnen und vernünftig ich mit mir selbst umgegangen bin. Wie die Punktzahl schon sagt, habe ich einige Dinge getan/gelernt (Arztbesuche, Hormon-Medikation, der Umgang mit der Depression), allerdings habe ich so einige Dinge getan, die ich hätte besser unterlassen sollen und die ich als Falsch und Selbst-schädigend empfinde. Die Selbstverletzung hatte ich ja bereits erwähnt, dazu gehört auch das Hungern, das Ausharren, Epiliergeräte XD und unvernünftige Dinge wie dem Herzen entgegen dem Kopf und dem Bauch zu folgen ... und das sich selbst in Gefühle versetzen, um sich lebendig zu fühlen. Typisch Depression ...

Zielerreichung: 8/10 ... Ich hatte ja schon verlauten lassen, dass ich mit einigen Dingen nicht zufrieden bin, wie sie gelaufen sind. Dagegen habe ich aber fast alle Ziele erreicht, die ich mir gesteckt hatte. Ich bin nicht nur mit der Transition sehr gut voran gekommen, sondern ich habe mich auch für eine konkrete Berufszukunft entschieden (Krankenschwester und Schriftstellerin) und sehe meiner Zukunft nun sicherer entgegen als noch vor einem Jahr.


Damit war das Jahr 2010 auch das bisher irgendwie spannendste und gleichzeitig vielseitigste Jahr in meinem Leben. So schnell habe ich noch nie so viele Dinge durch gemacht. Und ich hoffe eigentlich, dass 2011 nicht noch einmal so werden wird. 7/10

Die zwei großen Punkte, die ich mir für nächstes Jahr vorgenommen habe, ist zum einen die Ausbildung zu beginnen und gut darin zu sein und viel im Krankenhaus zu arbeiten, und zum anderen mich an die GaOP zu machen, welche ich gerne auf den Dezember 2011 legen möchte. Das einzige, was mich davon noch abhalten kann, ist die Kostenübernahme ;3

... und auf diese zwei Punkte freue ich mich ganz besonders =)

2011 you're welcome!


Mittwoch, 22. Dezember 2010

Eine Chance

So kurz vor Weihnachten habe ich ein irgendwie fantastisches Geschenk bekommen, eine Chance:

Einen Ausbildungsplatz in der
Gesundheits- und Krankenpflege
in Rheinland-Pfalz
ab April 2011

:D

Okay, hier meine Pro und Contras:

kleines nettes Krankenhaus in einer Kleinstadt
gehört zu einem großen Krankenhausverband, der großflächigen Versorgung
kleine Gruppe von Schülern, die dazu alle in einem Wohnheim wohnen können
die ist allerdings nur ein Teil in großen Klassen mit Schülern aus der Umgebung
das Krankenhaus / die Schule widmet sich in ihrer Aufgabe der christlichen Nächstenliebe
allerdings ist diese katholisch und ich habe Angst vor Konservativismus, wobei das ja nicht im Zusammenhang stehen muss

die Gegend ist hübsch
es ist zentral gelegen und ich habe mehrere Großstädte praktisch vor der Tür
ich kann zu Fuß in die Altstadt und Einkaufen gehen
die Leute dort sind auch nicht übel drauf

leider habe ich dort nicht wie in Dresden 2 Minuten Fußweg bis zum nächsten H&M :( Das ist wirklich traurig, dass ich von da weggezogen bin ^^
dort gibt es nur Busverkehr, was bedeutet, dass ich wohl auch mein Autoli ab und an strapazieren muss. Früher hatte ich die Straßenbahn direkt vor der Haustür, das war nicht schlecht.

Meine größte Angst ist ja, dass ich irgendwie diskriminiert werde. Ich hatte bisher mit der Kirche nicht primär etwas zu tun, geschweige denn mit der katholischen Kirche, und habe da schon Angst. Allerdings glaube ich fast, wäre die Gefahr einer Diskriminierung in einem Uniklinikum oder einem Akutkrankenhaus höher.

Es ist echt total bescheuert, wenn man Diskriminierung ausgesetzt ist, und sich da irgendwie drum herum schlängeln muss, mit der Gewissheit, dass Offenheit Probleme schaffen würde. Ich wünsche so etwas wirklich niemandem!

Ich würde am liebsten jeden, der mich aufgrund dessen als Menschen ablehnt, sofort exorzieren. Ich habe mir auch schon tolle Argumente ausgedacht, warum Gott wollte, dass es transsexuelle Menschen gibt, aber dazu später mehr :3

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Gezwitscher

Gestern hab ich mir einen Twitter-Account angeschafft. Einfach weil ich meine Meinung an die Welt loswerden muss.

The Girl Of Cookies is my Name. Follow me on Twitter, will you?

Die Tweets könnt ihr auch rechts in meinem Blog lesen. Viel Spaß :)

Sonntag, 12. Dezember 2010

Weihnachtsgefühle ...

... sind für mich im Moment einfach nur nicht-existent.

Als Kind habe ich mich immer auf Weihnachten gefreut und es war die schönste Zeit im Jahr, aber dieses Jahr scheint mir ist alles anders.

Ich sitze zu Hause bei meinen Eltern, weit weg von der Stadt, der Uni und meinen Freunden und bin irgendwie nur noch deprimiert darüber. Ich war die letzten Wochen schon zweimal für Bewerbungsgespräche 1-2 Tage unterwegs und habe mich echt prima gefühlt draußen zu sein, in der Welt, unter Menschen und ich konnte mich leben, was mich fröhlich und glücklich gemacht hat.
Doch ich hatte stets Angst davor wieder nach Hause zu fahren, es ist wie eine Höhle, in der ich ständig mit meiner Vergangenheit konfrontiert bin, wobei ich doch eigentlich nur alles so gerne hinter mir lassen würde und anfangen würde zu leben.

Zum Glück ist die Zeit endlich, die ich hier noch notgedrungen verbringen muss. Sobald ich eine Zusage für eine Ausbildungsstelle bekomme, mache ich mich daran auszuziehen. Ich liebe meine Eltern, echt, aber ich will trotzdem einfach nur raus von hier.

Ich will die Ausbildung, lernen und was zu tun haben, arbeiten.
Ich will die Operation, und bin schon dabei mich seelisch und behördentechnisch darauf vorzubereiten.
Und ich will Liebe, verdammt, ich vermisse das so sehr >.<

Zur Zeit lese ich ja "Jesus liebt mich" von David Safier. Das ist echt ein stimmungsaufheller, aber über Liebe zu lesen macht es nicht gerade einfacher das alles auszuhalten.

Dennoch, mir wäre es am liebsten wenn Weihnachten bis Neujahr einfach nur schon herum wäre und ich mich ins Leben stürzen könnte.

Und fragt mich bitte nicht, warum ich das nicht schon jetzt sofort tue, ich bekomme es im Moment einfach nicht hin >.<





Nightwish - I wish I had an Angel