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Samstag, 7. Mai 2011

僕の三つの白羽 chapter 1 scene 3

~ Dies ist die Fortsetzung von Kapitel 1 Szene 2 ~


~*~ Kapitel 2 ~*~

Was zuvor geschah ...
Kaoru machte sich auf das alte Heim zu verlassen, um sich zu seiner Tante nach Toukyou zu begeben. Kaorus Vater verkaufte das Haus, um die Erinnerungen an seine verstorbene Ehefrau hinter sich zu lassen und um näher an seine Arbeitsstelle zu ziehen. Gleichzeitig soll das etwas frischere Klima in Toukyou seinen Gesundheitszustand verbessern.
Hanako dagegen freut sich auf die Ankunft Kaorus und verwechselt ihn anscheinend mit einer Sandkastenfreundin.




:: Kapitel 2 Szene 1 ::
:: Noch am selben Tag ::
:: Sonntag, der 13. September 1998 ::
:: Kaoru ::

Das Auto setzt sich in Bewegung, wir fahren los. Ich blicke nach hinten auf das Haus, als das Auto sich aus der Einfahrt bewegt. Nach einer Weile drehe ich mich wieder herum und schließe die Augen, um die Erinnerung an das Haus und den beruhigenden Garten in mein Gedächtnis zu brennen. Ganz automatisch schweifen meine Gedanken dabei ab und ich sehe die Tage nach Mutters Tod wieder vor meinen Augen flattern. Ich erinnere mich an die Melodie, die mir Mutter damals, als ich noch klein war, immer zum Einschlafen vorsang. Ich summe sie leise nach und gleite dabei in ein melancholisches Gefühl ab, in welchem ich mich wieder an Mutters letzte Worte erinnere. Sie sagte zu mir, siehst du, mir wachsen heute Nacht neue Flügel. Mit einigen Tränen in den Augen schlafe ich ein.

Ich spüre wie ich auf dem Polster hin und her geworfen werde, ich erwache und öffne meine Augen. Ich sitze noch immer in dem Wagen, und spüre nun bewusst die Erschütterungen der schlecht asphaltierten Straße. Ich blicke über meine linke Schulter aus dem Fenster. Der Wagen bewegt sich auf einer Landstraße, an meinem Fenster huschen Bäume vorbei, große Schatten, welche die mir ins Gesicht scheinende Spätsommersonne kurz verdecken. Ich schließe erneut meine Augen und verfolge den regelmäßigen Wechsel von Licht und Schatten auf meinen Augenliedern. Doch der schnelle Rhythmus macht mich nervös und ich drehe meinen Kopf zur Wageninnenseite.
In meinen Gedanken gehe ich noch einmal die Abfahrt durch und überlege, ob ich auch nichts vergessen habe. Mir fällt allerdings nichts auf, was ich vergessen haben könnte. Ich öffne die Augen und mein prüfender Blick wandert nun zu meinem Arzneibeutelchen, welches ich just aus meinem Ärmel ziehe, um dessen Inhalt noch einmal zu überprüfen. Dr. Takaguchi hatte mir gleich meine Medikamente für den ganzen nächsten Monat mitgegeben, damit ich keinen Engpass bekomme, falls etwas mit meinen neuen Arzt in Toukyou schief läuft. In meinem Arzneibeutelchen befinden sich von jedem Medikament noch eine fast volle Schachtel. Der Rest ist in meinem Arzneikoffer im Kofferraum des Wagens. Damit bin ich beruhigt, ich habe nichts vergessen, denke ich bei mir und wende mich wieder der Landschaft zu.

Der Wagen fährt neben Feldern entlang, hinter denen ich einige Berge und kleine Häuschen gen Himmel streben sehe. Ich male mir aus, wie lange es wohl schon her ist, seit dem ich gemeinsam mit Vater und Mutter in der Natur picknicken war. Vielleicht drei oder vier Jahre, ich habe das Gefühl ich wusste gar nicht mehr von der Schönheit der Wiesen, der Felder, der Berge und der Wälder. Meine Gedanken schweifen ab, ich male mir aus, wie die Leute in solchen Gegenden wohl so leben. Ich habe gehört, dass fern der Großstädte kaum noch junge Leute wohnen und so die dünnbesiedelten Gebiete immer verlassener werden. Am Horizont taucht hinter einem Berg ein alter Industriekomplex auf. Ich stelle mir vor, wie verlassen es auf dem stillgelegten und inzwischen von Pflanzen und Tieren besiedelten Gelände wohl sein mag. Birken wachsen aus halb zerstörten Dächern, Moos bedeckt zerbrochenes Fensterglas und Schwalben bauen Nester zwischen verrosteten Dachgiebeln. So schwebe ich in Gedanken durch die leeren Hallen und Verladeanlagen, vorbei an zerstörten Strommasten und verrosteten Maschinenteilen. Als der Komplex hinter einem bewaldeten Berghang verschwindet, kehren meine Gedanken zurück in den Wagen. Ich schaue in den Rückspiegel, der Fahrer schaut angestrengt nach vorn, während er den Wagen durch eine S-Kurve manövriert.

Und so kehren meine Gedanken wieder zu meinem zukünftigen Heim zurück. Ich denke an Tante Sachiko(1) und versuche einige Erinnerungen an sie hervor zu holen. Ich weiß, dass sie Vaters jüngere Schwester ist und ich früher wohl oft bei ihr gewesen bin. Als ich klein war, war sie glaube ich noch Studentin, obwohl sie eine Tochter in meinem Alter hat. Doch ich kann mich nicht mehr an sie erinnern, denn mit vier oder fünf Jahren bin ich mit Mutter und Vater aus Toukyou weggezogen. Tante Sachiko habe ich seit dem zwar einige male gesehen, aber so genau kann ich sie gar nicht beschreiben. Ich denke, ich würde sie wiedererkennen, das ist aber auch schon alles.

Ich schlage mein linkes Bein über das rechte, um meine Nervosität zu senken. Ich bin gespannt, wie ich wohl aufgenommen werde. Ein wenig fühle ich mich, wie wenn man auf eine Urlaubsreise geht. Mir ist dabei fast schlecht vor Verzücken, ich werde mich aber wohl oder übel überraschen lassen müssen, was so auf mich zu kommt.

Ich schaue erneut aus dem Fenster und versuche mich von meiner Aufregung abzulenken. Die Fahrt wird schließlich mit Sicherheit noch eine Weile andauern.

1: Sachiko Kawashima: Illustratorin für ein Josei-Magazin

Freitag, 11. März 2011

僕の三つの白羽 chapter 1 scene 2

~ Dies ist die Fortsetzung von Szene 1


:: Kapitel 1 Szene 2 ::
:: Am Vortag ::
:: Samstag, der 12. September 1998 ::
:: Hanako ::

Diese erneut nervige Schulwoche ist nun fast zu ende. Die Sommerferien gingen wirklich viel zu schnell vorbei, jetzt heißt es wieder den ganzen Tag herum sitzen und Lernen. Aber ich finde ja, da sollte der Spaß wirklich nicht zu kurz kommen. Heute ist Sonnabend, ich werde also wieder mit Tsubasa¹ und Ryou² den Nachmittag verbringen. Ich muss die beiden unbedingt mal wieder zum Karaoke zerren, am besten ich frage noch – huch! Ich habe wohl etwas geträumt und nun hat mich Herr Sato³ an die Tafel gerufen! Wie peinlich!

Ich schlendere also nach Schulschluss gemütlich aus dem Gebäude. Hinter mir sind Tsubasa und Ryou, sie streiten sich mal wieder darum, welches Model am niedlichsten ist und bei welchen sie mich einsortieren würden. Ich sage ihnen, durch die neusten Vergleiche ganz verlegen, dass sie damit aufhören und sich besser darauf vorbereiten sollten mit mir auszugehen. Während Ryou seine Stimme senkt, schlägt Tsubasa vor heute abend auch die Spielhalle aufzusuchen. Ryou ist davon nicht sehr begeistert und macht den Gegenvorschlag einen Film anzusehen. Ich sage ihnen also, dass es mir egal ist und fordere sie auf meine Schultasche zu tragen. Tsubasa besteht darauf dies zu tun und willigt dafür ein ins Kino zu gehen. Die beiden sind schon ein lustiges Pärchen, denke ich bei mir und muss darüber lachen, woraufhin sie mich nur verständnislos anblicken. Da sich unsere Wege an der Kreuzung, in welche meine Wohnstraße mündet, trennen, verabschiede ich mich von ihnen und renne mit meiner Schultasche in der Hand nach Hause.


Sobald ich jedoch das Tor durchschreite, kommt mir wieder etwas in Erinnerung, etwas wichtiges, was ich total vergessen hatte: Morgen kommt meine Kusine! Ich bin aufgeregt, ich sollte doch heute mein Zimmer aufräumen. Ach, das mache ich morgen früh, sage ich zu mir und merke mir, heute früher als sonst nach Hause zu gehen.
Dann betrete ich das Haus, Mutter ist bereits von Arbeit zurück, ich höre sie im Wohnzimmer den Staubsauger benutzen. Ich gehe also direkt die Treppe nach oben in mein Zimmer, um mich umzukleiden. In Unterwäsche stehe ich vor dem Kleiderschrank und gehe in Gedanken mögliche Kombinationen durch. Ich bin unschlüssig, ob ich mich eher schwarz kleiden soll, oder doch lieber das hellgrüne Oberteil nehmen sollte. Ich denke wieder an meine Kusine. Ich habe sie seit wir im Kindergarten zusammen spielten nicht mehr gesehen. Mutter erzählte mir, sie lebt bei ihrem Vater in einem Vorort von Oosaka. Sie sagt, es steht nicht gut um ihre Gesundheit. Ich versuche mich an ihren Namen zu erinnern, dabei fällt mir aber statt dessen ein, dass ich meinen neuen Rock noch gar nicht getragen habe. Ich gehe also meinen Kleiderschrank durch und suche passende Stücke zusammen. Nachdem ich mich angezogen habe, gehe ich die Treppe hinab in die Küche und nehme mir etwas Joghurt aus dem Kühlschrank. Mutter sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa, ich setze mich zu ihr. Sie fragt mich, wie es in der Schule gelaufen ist und ob ich heute ausgehen möchte. Ich erzähle ihr, dass ich mit Tsubasa und Ryou ins Kino gehe, worauf sie mir aber entgegnet, dass sie gerne meine helfende Hand hätte, um im ganzen Haus für Ordnung zu sorgen und Kaorus Zimmer sauber zu machen. Kaoru, das war der Name meiner Kusine, nach dem ich fragen wollte.

Ich erzähle ihr, dass ich mich noch gut daran erinnern kann mit Kaoru im Kindergarten gespielt zu haben und frage sie nach den Gründen für ihr Kommen. Mutter schweigt kurz, dann erzählt sie von der Zeit als Onkel noch in Toukyou wohnte. Ebenso erzählt sie, wie Tante Kaedes Gesundheit immer schwächer wurde und Onkel nach Nara zog, um Tante vor Ort in einer speziellen Klinik behandeln zu lassen. Da ich diese Geschichte schon einige male gehört habe, unterbreche ich sie und frage sie nach Kaorus Gesundheitszustand. Wieder schweigt sie kurz, als ob sie überlegen muss was sie sagen soll. Das weckt ein beklemmendes Gefühl in mir, aus welchem eine Vorahnung erwächst. Schließlich sagt Mutter, Kaoru habe einen angeborenen Herzfehler, so dass ihr Kreislauf nicht akkurat arbeitet. Darauf weiß ich nicht, was ich antworten soll und sage ihr statt dessen, dass ich mir Kaoru als blasses schüchternes Mädchen mit langen schwarzen Haaren und tiefen Augen vorstelle. Zu meiner Verwunderung sieht mich Mutter irritiert an. Dann fragt sie mich, ob ich denke, dass Kaoru ein Mädchen* sei. Ich bejahe natürlich ihre Frage und erzähle ihr von einer Szene aus meiner Zeit mit Kaoru, die mir in Erinnerung geblieben ist. Ich weiß nicht, warum gerade diese Szene erhalten geblieben ist, jedoch sehe ich mich und Kaoru vor meinem inneren Auge in leichten Sommerkleidern am Strand hocken und im Sand spielen. Erneut schweigt Mutter, kommt aber alsbald zu dem Schluss mir zu sagen, dass sie sich an keinen Strandausflug mit mir und Kaoru erinnern kann. Ich finde es äußerst suspekt, dass meine Erinnerung mir einen Streich spielt und versuche mir Kaoru als Jungen vorzustellen. Mutter entschuldigt sich es mir nicht erzählt zu haben und sagt, sie sei davon ausgegangen, dass ich mich an ihn erinnerte.

Ich stehe also auf um die Debatte zu beenden und blicke auf die Uhr. Mutter erhebt sich ebenfalls und sagt mir ich solle nicht all zu spät wieder zu Hause sein. Dann greift sie nach dem Staubsauger und schickt sich an den Flur zu saugen. Ich gehe ins Badezimmer und mache mich noch einmal frisch, bevor Tsubasa und Ryou aufkreuzen, um mich abzuholen.

Wie konnte ich mich da täuschen? Aber an wen habe ich mich denn da erinnert?

1: Tsubasa Watanabe, Oberschüler; Fitness- und Fußballclub
2: Ryouichi Kobayashi, Oberschüler; Fitness- und Leseclub
3: Takuma Sato, Lehrer für Geschichte und Japanisch der Oberstufe
4: Kaoru Kawashima, Senior der Mittelstufe, Hausunterricht, Sportbefreiung


der gesamte Text © Cornelia S.

* Im Japanischen gibt es keine Personalpronomen, weswegen man, wenn man über jemanden spricht, nicht direkt erkennen kann, um welches Geschlecht es sich handelt.

Samstag, 19. Februar 2011

僕の三つの白羽 chapter 1 scene 1


:: Kapitel 1 Szene 1 ::
:: Sonntag, der 13. September 1998 ::
:: Kaoru ::

Es ist der erste Tag der Woche: Die Grillen zirpen laut im Bambus, der langsam im Wind seine Blätter hin und her tanzen lässt. Ein kleines Bächlein ergießt sich aus einem Gebirge aus Steinen, welches zwischen Moos und roten Ahornblättern ruht. Es ist einer dieser Spätsommertage, an denen die Luft fast unerträglich stickig zu sein scheint. Zwischen den wiegenden Blättern ist es sehr feucht, von Zeit zu Zeit hört man einen Tropfen auf einen Stein plätschern. Einer jener Tropfen, welche sich aus der Luftfeuchte speisen und langsam über die Blattnarben rinnen, um beim Sprung in die Tiefe jenes Blatt zum Erzittern zu bringen.

Hinter der Terrasse sind jedoch andere Geräusche zu vernehmen. Kartons werden zugeklebt, Schranktüren quietschen. Alles wird demontiert und verstaut, jener erste Tag der Woche ist mein letzter Tag in diesem Haus und damit Oosaka. Ich lege die Hände auf den Schoß und atme ein letztes mal den Geruch des nassen Mooses ein, so gut ich kann. Ich bin ehrlich zu mir, diese Krankheit hat sich die letzten Jahre nicht gebessert. Ich muss nach wie vor täglich diese Medikamente nehmen, die mein Arzt, Dr. Takaguchi¹, mir verschreibt. Er sagt ich brauche die Medikamente, damit meine Bauchschmerzen mich nicht umbringen. Doch seit ich dieses neue Medikament einnehme, welches er mir seit zwei Monaten verschreibt, fühle ich mich immer schwächer. Ich hatte schon immer leichtes Asthma, nun aber spüre ich wie mein Kreislauf von Woche zu Woche labiler wird. Ich nehme ein Stofftaschentuch aus meinem Schlafrock und wische mir die Stirn. Der Atem geht schwer, ich schließe die Augen, um auf andere Gedanken zu kommen.

Ich denke an mein neues zu Hause. Wie sieht es wohl aus? Ich habe von Vater gehört, dass es an der See liegen soll. Dr. Takaguchi ist der Meinung, die Meeresluft wird mir gut tun und mein Asthma und die Kreislaufbeschwerden lindern. Nachdem Mutter starb, sind Vater und ich hierher gezogen. Vater arbeitet im großen Forschungszentrum, schon soweit ich mich zurückerinnern kann. Es liegt wohl auf Shikoku, Vater bleibt immer für einige Tage weg wenn er auf Arbeit fährt. Zu Hause sitzt er dagegen meistens vor seinem Computer, ich verstehe nicht was er dort tut und er sagt immer es ist auch gut so.

Nun aber, da es mit meiner Krankheit nicht gut steht, hat Vater sich entschlossen mich zu meiner Tante zu schicken. Er sagt, er zieht wohl nach Shikoku, um besser arbeiten zu können. Meine Tante hat eine Tochter. Vater sagt, ich habe mit ihr zusammen im Kindergartenalter gespielt. Ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern.


Ein Meer von Tropfen wird von den Blättern geschüttelt, ich sehe einen rotbraunen und buschigen Schwanz durch den Ahornbaum huschen. Ich reibe mir die Augen und strecke die Arme in die Luft. Langsam richte ich mich auf. Ich drehe mich um und gehe ins Haus. Es ist ein modernes Haus, überall ist Technik, ich verstehe sie nicht. Ich stelle mir das Haus meiner Tante völlig altmodisch vor, wie in den Filmen die mir Vater aus der Stadt mitbringt. Ich kann mir nicht helfen, der Gedanke lässt mich lächeln. Es ist ein bitteres Lächeln, denn ich kenne das Haus meiner Tante nicht und sage mir, wie Dr. Takaguchi immer betont: Ich sollte meinen albernen Träumen keinen Glauben schenken. Ich gehe in die Küche und setze mir einen Tee an, grün mit Bambus, meine Lieblingssorte. Ich werde sie vermissen, denn Vater ist der Meinung ich sollte den Tee nicht mitnehmen. Er ist immer ganz pingelig, wenn es um Lebensmittel geht.

Die Uhr an der Wand schaut mich an, als wollte sie sagen, ich habe keine Zeit mehr. Ich setze mich mit der Tasse an den Tisch und verinnerliche in mir noch ein mal den Geschmack des Hauses. Dann steige ich die Treppe hinauf in mein Zimmer, es ist leer. All meine Sachen sind bereits verpackt und im Wagen verstaut. Nach einigen Blicken in alle Ecken wende ich mich wieder dem Flur zu und betrete das Badezimmer. Ich muss mich noch einkleiden, bereits in einer Stunde werde ich losfahren. Ich schaue in den Hof hinaus, dort steht die schwarze Limousine, welche mich nach Toukyou fahren wird. Der Fahrer lehnt an der Wagentür und beißt in ein Reisbällchen, welches er davor aus einer kleinen Plastikbox genommen hatte. Ich konnte Menschen schon immer schlecht einschätzen, ich weiß also nicht, was ich von ihm halten soll. Aber Vater hat ihn ausgesucht, deswegen werde ich ihm vertrauen.

Ich wende mich also erneut dem Waschtisch zu. Ich streife meinen Schlafrock ab und betrachte mich im Spiegel. Alles normal, denke ich. Dann greife ich nach dem Duschkopf, um mir die Haare zu waschen. Nach dem Fönen kleide ich mich schließlich an. Wie immer Jeans und Kragenhemd. Ich schaue noch einmal aus dem Fenster, sehe mich im Haus um und atme ein letztes mal den Geruch der auf dem Wasser treibenden dunkelroten Ahornblätter ein.

1: Dr. med. Saburou Takaguchi, Facharzt für Psychiatrie, Therapeut mit Privatpraxis

der gesamte Text © Cornelia S. 


ich werde jetzt nach und nach Szenen aus meinem Roman hier veröffentlichen, und dabei an aktuellen weiter schreiben, wobei ich leider in letzter Zeit kaum dazu gekommen bin, da ich mit Haushalt für 4, Therapie und "meinem neuen Date" genug um die Ohren habe ...

Freitag, 28. Januar 2011

僕の三つの白羽 · Charaktere

Dies sind die Hauptcharaktere von Boku no Mittsu no Shiraha: Meine drei weißen Federn.
(Ich hoffe ihr mögt Pixel-Figuren so sehr wie ich X3 )

川島·薫る (Kawashima Kaoru)
INFP*
Kaoru ist 17 Jahre alt und lebt bei seiner Tante in Tokio. Er ist intersexuell, leidet unter gemischter Gonadendisgenesie und bekommt wegen seiner schwachen Konstitution Hausunterricht.
Von seinem Charakter her ist er sehr ordentlich und verträumt. Er geht in den Dingen auf, die er tut und ist stets bemüht anderen Gutes zu tun, während er dafür allerdings auch Leid erträgt.

Nach dem Tod seiner Mutter vor zwei Jahren lebte er alleine mit seinem Vater in Osaka. Allerdings distanzierte sich das Verhältnis zu seinem Vater immer mehr und so kam es dazu, dass sein Vater das Haus in Osaka verkaufte und ihn zu seiner Tante nach Tokio schickte.

In Tokio verbringt er viel Zeit mit seiner Kusine Hanako und realisiert nach und nach was für eine Art Leben er führen möchte. Diese Überlegung kommt aber erst dadurch zustande, dass seine Konstitution durch die Therapie seines neuen Arztes langsam besser wird und er sich wieder lebendig fühlen kann.

川島·花子 (Kawashima Hanako)
ESFP*
Hanako ist 18 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrer Mutter in Tokio. Sie besucht die Oberstufe und verbringt die meiste Freizeit mit ihren zwei besten Freunden.
Sie ist ein sehr aufgewecktes Mädchen und liebt es den Tag mit allerlei Tätigkeiten zu füllen. Gleichzeitig ist sie sehr neugierig und verspielt, kann aber für jemanden, den sie gerne hat oder ein persönliches Ziel schnell Feuer und Flamme sein.

Als Kaoru bei ihr einzieht, beginnt für sie auch ein Abschnitt der Reifung. Zuerst denkt sie über ihn als schwachbrüstigen Kerl, wobei sie ihn in ihren Erinnerungen für ein Mädchen gehalten hat. Durch ihre Neugierde entdeckt sie aber schließlich seine Intersexualität und steigert sich im Laufe der Geschichte darin hinein eine große Schwester für ihn zu sein.
Gleichzeitig setzt bei ihr aber die Erkenntnis an, was Zuneigung wirklich bedeutet und wie sie einer Beziehung gegenüber steht.

佐藤·春気 (Sato Haruki)
ISFJ*
Haruki ist 19 Jahre alt und geht in die Oberstufe der selben Schule wie Hanako. Sein Vater ist an der selben Schule Lehrer für Japanisch und Geschichte und erfreut sich vor allem bei Hanako und anderen Geschichtsmuffeln keiner besonderen Beliebtheit. Gleichzeitig ist er aber auch Hauslehrer von Kaoru, der auf Grund seiner körperlichen Verfassung nicht am Unterricht in der Schule teilnehmen kann.

Haruki selbst ist ein höflicher und sorgender junger Mann. Er hat in seinem Elternhaus viel durchmachen müssen, da er von seinem Vater kaum Anerkennung bekommt und seine Mutter wegen allem und mit jedem nur streitet. Am liebsten möchte er mit Kindern arbeiten und Pädagoge werde, aber alles anders – richtiger – machen, als sein Vater.

Haruki taucht in die Geschichte ein, da er seit der Mittelstufe in Hanako verliebt ist. Eine Zeit lang hatten sie auch regelmäßige Dates, aber Hanako konnte in ihm nur einen Freund sehen. Auch ist sein Vater gegen eine Beziehung mit ihr, was das Vater-Sohn-Verhältnis noch mehr in Schieflage brachte.
Inzwischen sind sie immer noch Freude, aber Haruki empfindet immer noch mehr für sie. Doch hier kommt Kaoru ins Spiel, der seine Aufmerksamkeit erregt und es irgendwie zwischen beiden zu Funken beginnt und Haruki langsam, aber sicher, Gefühle für ihn entwickelt.

前原·あゆみ (Maehara Ayumi)
ESFJ*
Ayumi ist 36 Jahre alt und arbeitet als Bürofachangestellte. Sie ist die Freundin von Kaorus Vater und seit etwa einem Jahr mit ihm zusammen. Sie lernten sich über eine Partnerbörse kennen und waren sich sofort sicher, dass sie sich sehr gut ergänzen würden. Schließlich verliebten sie sich in einander und Kaorus Vater verbrachte immer mehr Zeit mit ihr an statt mit seinem Sohn.
Schließlich kommt es dazu, dass sie mit ihm zusammen in eine Wohnung nahe seinem Arbeitsplatz zieht.

Ayumi ist eine temperamentvolle Frau, sie nimmt sich leicht anderer Menschen Schicksale zu Herzen, strebt aber gleichzeitig stets nach persönlicher Harmonie. Sie besitzt einen ausgeprägten Sinn für Ungerechtigkeiten und setzt alles daran ihre Vorstellung von einer perfekten kleinen Welt in die Tat umzusetzen.
Auch besitzt sie eine inzwischen sehr laut tickende biologische Uhr und sehnt sich nach einer eigenen kleinen Familie, weswegen sie sich auch besonders ein Herz für Kaoru gefasst hat und versucht ihn in ihre kleine Welt zu integrieren.

川島·健 (Kawashima Ken)
ISTJ*
Ken ist Kaorus Vater und ein 46 Jahre alter Forscher der Biochemie und Genetik und arbeitet bei einem Pharamzeutika-Hersteller.
Seine Ehefrau ist vor zwei Jahren an Krebs verstorben und hat ein großes Loch in ihm hinterlassen. Er lebt nun mit Ayumi zusammen, hat aber den Tod seiner Frau immer noch nicht ganz überwunden.

Vom Charakter her ist er eher kühl und zurückhaltend. Er ist eine denkende Person und kann Sachverhalte schnell und präzise analysieren. Dafür kann er aber nur schwer die Gefühle anderer Menschen spüren oder die eigenen Gefühle überwinden. Des weiteren ist er groß und eher mager, liebt aber deftiges Essen. 

Das Verhältnis zu seinem Sohn Kaoru ist zwiespältig. Zum einen liebt er ihn und möchte, dass er ein erfolgreiches Leben führen kann, zum anderen aber erinnert er ihn immer wieder an die Schmerzen der Vergangenheit und fühlt sich immer mehr von ihm distanziert, bis er Kaoru letztlich zu seiner Schwester nach Tokio schickt.

In der Geschichte spielt er insofern eine entscheidende Rolle, da er die Behandlung Kaorus in seinen Händen hält und damit die Schlüsselfigur zur "Abteilung" hält, die Kaorus Behandlung maßgeblich koordiniert.

川島·幸子 (Kawashima Sachiko)
ISFP*
Sachiko ist die 5 Jahre jüngere Schwester von Ken und Mutter von Hanako. Sie ist 39 Jahre alt und arbeitet als Illustratorin für ein Josei-Manga-Magazin.

Sie ist eine spontane Künstler-Figur und hat einen stark schwankenden Schlaf-Wach-Rhytmus. Genauso kann sie sich schnell für etwas begeistern und liebt die Schönheit von Dingen und Momenten.

Für die Geschichte spielt sie eher eine untergeordnete Rolle. Sie hat Hanako während ihres Kunststudiums bekommen und ohne Vater aufgezogen. Zuerst wohnten sie noch mit der jungen Familie ihres Bruders in einem Apartment-Haus, bis sie ihr Studium abgeschlossen hatte und als alleinerziehende Mutter nur spärlich eine Arbeitsstelle fand und deshalb gezwungen war zurück zu den Eltern zu ziehen.

Josei-Manga sind japanische Comics für Frauen und das erwachsene Pendant zu Shoujo-Mangas.

柏木·ティム (Kashiwagi Tim)
ENTP*
Tim ist 32 Jahre alt und Arzt für Allgemeinmedizin an einem Krankenhaus in Tokio. Er ist Halbjapaner, da sein Vater aus England stammt. Seine Mutter dagegen ist Japanerin.
Tim ist verheiratet und hat eine wenige Monate alte Tochter. Er ist ein Arzt mit Leidenschaft, er engagiert sich gerne für andere Menschen und ist sehr genau, wenn es darum geht etwas zu diagnostizieren und Behandlungen durchzuführen. Er kann ebenfalls gut mit Menschen umgehen und ist sensibel und offen im Umgang mit ihnen.

In der Geschichte wird er Kaorus behandelnder Arzt, als dieser nach Tokio kommt. Er nimmt Kaorus Fall detailliert auseinander und entwickelt recht schnell eine Therapie, die es ermöglichen soll Kaorus Gesundheitszustand zu verbessern und zu stabilisieren. Dabei ist er allerdings entgegen den Vorgaben, die er bekommen hat, recht umfangreich mit seinen Maßnahmen und stößt dadurch mit Kaorus Vater aneinander.
Nach einer erstaunlichen Erkenntnis aber bekommt er für seine Bemühungen Rückenwind, allerdings schützt ihn sein Wohlwollen nicht davor sich bzw. Kaoru damit in etwas hinein zu steigern...

真樹·小百合 (Maki Sayuri)
INTP*
Sayuri ist eine 28 jährige Polizistin, die für das Gesundheitsministerium arbeitet und sich dafür einsetzt Skandale und Machenschaften aufzudecken und so die Gesundheit der Nation garantiert.

Sie ist eine aufgeweckte Natur und lebt lieber Tag für Tag, an statt längerfristig zu planen. Sie tut gerne was ihr gerade in den Sinn kommt und schreckt auch vor etwas waghalsigen Aktionen nicht zurück. Gleichzeitig ist sie eher rational und versucht aus jedem Hinweis und jedem Spesenkonto das unmöglichste heraus zu bekommen. Sie ist eine Detektiv-Natur, ausgezeichnete Hackerin und weiß sogar andere Menschen für ihre Zwecke einzusetzen, wenngleich sie keinen Menschen betrügen kann.

In der Geschichte spielt sie eine Schlüsselrolle, da sie gegen die "Abteilung" ermittelt, die u.a. hinter Kaorus Behandlung steht und für alle Kosten aufkommt. Gleichzeitig beginnt sie ein Herz für die Schicksale intersexueller Kinder zu entwickeln und führt so viele Fäden zusammen, um vielen Menschen helfen zu können.

高口·三郎 (Takaguchi Saburou)
ISTP*
Saburou ist ein 52 jähriger Arzt und Therapeut. Er hat zunächst als Allgemeinmediziner gearbeitet, bevor er sich dazu entschloss, durch seinen Bruder, welcher Diplompsychologe ist, beeinflusst, ebenfalls eine Therapeutenausbildung abzuschließen. Inzwischen arbeitet er in einer eigenen Praxis, die er zusammen mit seinem Bruder führt und behandelt zumeist Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen.

Vom Charakter her ist er aufgeschlossen, aber ernst. Er beherrscht analytisches Denken, kann sich aber auch in andere Menschen einfühlen. Gleichermaßen ist er ein Allround-Talent und geht gerne Bergsteigen, um sich vom Alltagsstress zu erholen.

Saburou ist außerdem mit einer transsexuellen Frau verheiratet, hat aber mit ihr keine Kinder, da das Adoptionsgesuch des Paares fehl schlug.

Er war Kaorus behandelnder Arzt und hat ihn an Tim überwiesen, welcher ein ehemaliger Schüler von ihm ist. Damals hat er sich mit der Behandlung Kaorus stark an den Richtlinien der "Abteilung" orientiert und dafür viel Geld kassiert, allerdings erschlich ihn mit der Zeit immer mehr ein Unbehagen darüber, was er da eigentlich tut, so dass ihm der Umzug Kaorus sehr gut passte, um sich von der "Abteilung" zu distanzieren.
Er wird aber trotzdem wieder in den Kreis gezogen, indem er gebeten wird für die "Abteilung" eine weitere Patientin zu behandeln. Diesmal riecht er allerdings eine Revolte in der Luft und beschließt seine ethischen Grundsätze wieder hervorzuholen, um dem Mädchen wirklich zu helfen.

千葉·和美 (Chiba Kazumi)
ENFP*
Kazumi ist ein 16 jähriges Schulmädchen und leidet unter dem androgenitalen Syndrom. Gleichzeitig besitzt sie eine Borderline-Diagnose und einen demzufolge nicht ganz einfachen Charakter.

Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter, welche arbeitslos ist und in ihrer Verzweiflung zur Flasche greift, in einer kleinen Wohnung. Ihr Denken ist von Leid und Misstrauen geprägt, weswegen es ihr schwer fällt Freundschaften zu halten und ausgewogene Beziehungen zu ihren Mitmenschen zu führen. Außerdem wird sie von ihren Mitschülern gemobbt, da sie lange Zeit unter Hirsutismus litt und zudem einen einem Mikropenis gleichenden Kitzler besitzt.

Für die Geschichte spielt sie eine vermittelnde Rolle, da sie die neue Patientin Saburous ist und sich mit Sayuri anfreundet und so erst viele Steine unbewusst ins Rollen bringt.

...
In den weiteren Hauptrollen sind z.B. der Leiter der "Abteilung" zu finden, welcher selbst eine intersexuelle Tochter besitzt, die an partieller Androgenresistenz leidet und eine Kindheitsfreundin von Kaoru ist.


*Dies sind MBTI-Charakterbeschreibungen.


Es gibt noch eine Reihe anderer Figuren und noch viel mehr Nebenrollen, aber ich wollte nicht gleich alle Aspekte der Geschichte auffalten, da es doch alles etwas verstrickt ist.
Hier habe ich aber mal eine Grafik über die Beziehungen aller bisher vorkommenden Charaktere:



alle Grafiken © Cornelia S.

Mittwoch, 26. Januar 2011

kleines Aktualitätsgebrabbel

Mein Leben ist im Moment ziemlich Intensitätslos, aber es gibt natürlich trotzdem Dinge, an denen ich im Moment arbeite ...

  • Zur Zeit arbeite ich wieder verstärkt an meinem Roman über Intersexualität 僕の三つの白羽 (meine drei weißen Federn), wobei ich aber noch stark hinter einstigen Produktivitätsschüben weile, aber es ist eben auch sehr Zeitintensiv.
     
  • Ich mache eine intensive ambulante Therapie mit zwei Wochenstunden, in der ich meine Vergangenheit und die Dinge die mich verwirren und belasten versuche zu bearbeiten. Es ist manchmal wirklich nicht leicht, aber ich habe die Hoffnung, dass ich verstärkt aus der Therapie komme und mit wieder mehr Zuversicht ins Leben treten kann.
    Dazu habe ich auch 50 Therapiesitzungen von der Krankenkasse genehmigt bekommen =)
     
  • Für die GaOP bin ich auch schon am Zusammensuchen aller Unterlagen, die ich dafür benötige. Und ganz ehrlich, ich freue mich riesig darauf =3
    (auch wenn ich auf die Schmerzen und Platzhalter gerne verzichten würde >.< )
    Mein grober Fahrplan sagt in etwa einem Jahr wird es dann soweit sein =3 oder je nach dem auch früher, es kommt ganz auf die Krankenkasse an ...
     
  • Dann warte ich sehnlichst auf Ende März, denn dann werde ich nach Rheinland-Pfalz ziehen, wieder in eine WG =)
    Und dann fange ich mit der Ausbildung zur Krankenschwester an! *yay* ^^ Ich bin echt schon jetzt aufgeregt ... ^^*
     
  • Bis es aber soweit ist, versuche ich solange ich noch hier bin noch mal alle meine Freunde zu treffen, um mich zu verabschieden :'(
    Ich werde sie echt alle vermissen ... =(
     
  • In Frankfurt/Main habe ich nun auch einen neuen Endokrinologen gefunden und für Anfang April einen Termin bekommen (da muss man sich ja immer ein Quartal vorher schon anmelden ...). Jetzt brauche ich nur noch einen neuen Hausarzt dort, der mir eine Überweisung ausstellt, aber das lässt sich bestimmt auch innerhalb einer Woche finden =P ^^*
     
  • *kicher* Ich freue mich absolut darauf neue Gegenden kennen zu lernen und viel mit meinem Auto und dem Zug herum fahren zu können. Es ist doch echt toll, wenn man mobil ist und auch das Kleingeld dazu verdient =)
     
  • Ansonsten beschäftige ich mich im Moment einfach mit dem Leben an sich, ohne großartig Jobben zu gehen oder sonstige Verpflichtungen zu haben. Ich finde, das ist auch mal schön, auch wenn ich so langsam davon die Nase ein wenig voll habe ...
     
  • Dafür lerne ich auch so ab und an neue Menschen kennen und habe Zeit ausgiebig zu chatten. Erst gestern ist mir ein sehr sympathischer und gut aussehender Mann über den Weg gelaufen, der meiner TS sehr offen gegenüber steht ;-)
    Mal schauen ob daraus was werden kann, die ersten Zeichen sind jedenfalls gut ^^

Mittwoch, 5. Januar 2011

僕の三つの白羽 · Einleitung

Heute wollte ich mal ein etwas anderes, größeres Projekt vorstellen. Ich habe ja schon einige Gedichte von mir veröffentlicht, jetzt möchte ich aber auch mal meine großen Werke ansprechen. Hier ist das aktuellste:


僕の三つの白羽
Meine drei weißen Federn


Meine drei weißen Federn ist ein Roman des Genres Drama, der sich um einen intersexuellen Menschen dreht, welcher in einem Gefängnis durch Verdrängung ausgelöster Machenschaften lebt und beginnt sich da heraus zu schlängeln, mit dem Wunsch das eigene Ich zu finden.
Gleichzeitig beginnt dieses Netz von Machenschaften von mehreren Seiten her zu bröckeln, da einige Menschen langsam begreifen, was für Fehler sie eigentlich damit begehen verdrängten Gefühlen zu folgen und andere Menschen zu erniedrigen.

Intersexuelle Menschen¹ sind Menschen, die sich auf Grund angeborener physiologischer Gegebenheiten nicht in die harten Grenzen des Schemas Mann-Frau einordnen lassen. Folgen können u.a. die Herausbildung gemischter Geschlechtsmerkmale (inkl. Genitalien) sein oder bei sonst unauffälligem Phenotyp Abweichungen der inneren Geschlechtsorgane.

Die Hauptperson dieses Romans heißt Kawashima, Kaoru. Kaoru ist intersexuell und leidet unter gemischter Gonadendysgenesie². Kaoru ist 17 Jahre alt, lebt als junger Mann und nimmt u.a. Testosteronpräparate. Allerdings kann er sich nicht ganz entscheiden, ob er männlich oder weiblich ist. Die Behandlung wurde mit etwa 14 von seinen Eltern initiiert, ohne dass er großes Mitspracherecht gehabt hatte.
Kaoru ist eher schmächtig gebaut, er wirkt etwas zerbrechlich und hat einen schwachen Kreislauf. Trotzdem möchte er aber viel von der Welt sehen und sein Lieblingsort ist das kühle Meer. Er trägt Schulter-langes Haar und meistens die selben unauffälligen Klamotten. Allerdings hat er ein Fable für zarte Stoffe und trägt gerne Nachthemden oder Röcke, ist aber trotzdem überhaupt nicht Mode-interessiert.

In der Geschichte zieht Kaoru zu seiner Tante. Kaorus Mutter ist vor zwei Jahren verstorben und sein Vater ist seitdem kaum noch für ihn da. Dieser hat inzwischen wieder eine feste Beziehung und zieht mit dieser zu seinem Arbeitsplatz-Ort. Zwar ist Kaoru traurig von seinem Vater wie abgewiesen zu werden, aber er fühlt sich wohl bei seiner Tante und seiner Kusine (18). Dort lernt er auch einen jungen Mann (19) kennen und es entwickeln sich etwas verworrene Beziehungskorrelationen.

Auch die Freundin seines Vaters bekommt von der Abschiebung Wind und versucht, ihrer stark tickenden biologischen Uhr folgend, die große glückliche Familie ihrer Träume zu verwirklichen. Dabei trifft sie auf unerwartete Mitstreiter und lüftet tief in die Vergangenheit ragende Geheimnisse.

Hinzu gesellen sich noch weitere Intersexuelle, Ärzte, allerlei Beziehungen und zwei wirklich niedliche Hunde!


Wie ist der aktuelle Status?
Teil 1: komplett geschrieben
Teil 2: 15% geschrieben und der Rest strukturierter Entwurf
Teil 3: Entwurf mit vielen Ideen

Anzahl in Seiten: > 60 (~45.000 Wörter)
Geplant sind: ~150 Seiten

Beginn des Manuskripts: September 2008
Geplante Fertigstellung: 2012 bis 2013



weiterführende Informationen
1) Wikipedia
2) GynAktuell und Wikipedia (Englisch)