Es ist nun schon September ... die Zeit verging wie im Flug, und ich hatte rational geplant im Oktober wieder anzufangen zu studieren ...
Die Betonung liegt hierbei auf rational geplant. Meine Emotionen spielen nämlich mal wieder nicht wirklich mit, was heißen soll, ich bin mal wieder in einem netten Tief gefangen, und empfinde die vor mir liegenden Herausforderungen als viel viel viel zu große Hürden.
Na super, dabei ist das alles rational kein Problem! Doch wer sagt das bitte mal meinen Emotionen?
Es fing ja alles schon im Frühling damit an, dass ich keinen Plan hatte, was genau ich nun studieren sollte. Ich wusste nur, was interessant ist, was zu schwer ist, oder später brotlos sein wird. Also habe ich mich mit einer breiten Palette an Fächern beworben, um dann Anfang August wieder vor der quälenden Entscheidung zu stehen, was ich studieren sollte.
Nun denn, es hat sich dann herauskristallisiert, dass Japanologie so ziemlich genau meine Wellenlänge ist, und es auch gute Job-Aussichten bietet, wenn mir nur der Spaß nicht abhanden kommt, und ich mein Small-Talk-Japanisch auf professionelles Niveau heben kann. Mit Englisch hab ich das auch in wenigen Jahren geschafft (In Klasse 9 noch eine 4 in Englisch, wurde daraus dann Leistungskurs Note 2-3 und Universitätsnote 1).
Hierfür hab ich mich dann auch mit der Japanischlehrerin getroffen, um mein Sprachniveau zu beurteilen, und ob ich vielleicht in einen höheren Sprachkurs einsteigen kann. Also hab ich die Prüfung des 2. Semesters geschrieben, und da aber recht schnell meine wissentlichen Schwachstellen gefunden: Vokabeln, Schriftzeichen. Wie immer, natürlich mein Problem Nr. 1 bei Sprachen. Ich lerne Vokabeln nur aus dem Kontext. Pauken klappt also nicht, ich muss nur ganz ganz viel lesen und hören.
Meine Grammatik bzw. der Satzbau dagegen war top, und sogar noch höher im Niveau. Was mir aber nichts nützt, wenn mir die Worte fehlen ... ^^
Soweit so gut, hatte ich das dann auch abgehakt und mich für das erste Semester entschieden. Wobei ich da schon sehr stark mit meinen Emotionen zu kämpfen hatte; nachdem ich den Test geschrieben und alle meine Erwartungen an der Realität zerplatzt waren, habe ich mehrere Tage gebraucht, um überhaupt wieder auf die Beine zu kommen.
Und so geht es mir jetzt mit der anstehenden Wohnungs-/WG-Suche ebenfalls ... Ich weiß nicht, was mich behindert, was mich derart aufwühlt und zu Boden zieht, ich weiß nur, DASS es das tut. Und zwar ziemlich erfolgreich.
Natürlich habe ich gleich nachdem ich die vorläufige Imma-Bescheinigung hatte einen Antrag beim Studentenwerk eingereicht, allerdings bis heute keine Antwort außer "Vielen Dank für Ihre Bewerbung" erhalten. Super. Und da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, habe ich auch erst dieses Wochenende angefangen mich nach Alternativen, sprich: WGs, umzusehen.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass es nicht mehr so viele so gute im Pool gibt, und von einigen habe ich bisher auch nichtmal eine Antwort erhalten. Mit 2 WGs habe ich immerhin schon einen Besichtigungstermin für nächste Woche ausgemacht, die jetzt aber auch noch nicht bestätigt wurden, also vollendet wurden, da ich nicht weiß wo ich genau klingeln soll. Und überhaupt, beginnt mir das über den Kopf zu wachsen.
Denn wer diesen Blog verfolgt wird wissen, dass ich manchmal leicht sozialphobisch reagiere, gerade wenn ich im Stress bin. Wobei leicht manchmal ein wenig untertrieben ist. Kurzum: Ich fühle mich down, als wenn mir nichts gelingt, als wenn ich nichts schaffen kann, als wenn ich einfach nicht kann. Ich spüre eine Blockade, wie eine Mauer direkt vor mir, die ich nicht überwinden kann, es ist als wenn meine Emotionen einfach blocken, mich blockieren, und damit handlungsunfähig machen, paralysieren.
Und dann muss ich mich abschotten, von der Welt, von Menschen, von allem. Ich möchte dann einfach nur eine Pause, einfach nur Zeit haben um mich zu beruhigen, zu festigen, auszuharren, bis sich das Problem verflüchtigt hat.
Ich bin wie ein Mümmeltierchen, dass sich in seinem Bau verkriecht, den Bauch vollstopft und dann Winterschlaf macht.
Aber wieso sind all die Erwartungen so schwer? Wieso der Druck auf mich so groß? (Vor allem von meiner Seite aus.)
Wenn es mir gut geht, schaffe ich das alles spielend, ich schaffe es nur nicht, meine Emotionen gut zu halten. Wenn die Herausforderungen zu groß sind, knicke ich einfach ein, wie ein Blütenstengel, wenn sich jemand darauf legt.
Nur, ich kann es niemandem zeigen, nicht um Hilfe bitten, weil ich auch keine Lösungen sehe, die funktioniert.
Ich weiß nicht, was ich tun soll. In solchen Momenten möchte ich einfach nur weg.
Der Berg ist zu hoch, der Hang ist zu steil, die Abhänge sind zu vielzählig, meine Kräfte zu schwach.