Heute war es soweit. Ich war im Vorfeld sehr aufgeregt gewesen, was nun auf mich zu kommt, die Dienst-habende Schwester maß heute Mittag auch 140/70, aber ich bin trotzdem gut angekommen: In der Tagesklinik.
Dort werde ich jetzt bis voraussichtlich Oktober eine ambulante Therapie machen, viel Zeit für mich haben und auch viel Zeit mit anderen Menschen verbringen.
Ich erhoffe mir dadurch eine Besserung meiner depressiven Phasen, Minderung meiner Ängste und Aufwind für die Zukunft.
Wie sieht die Therapie aus?
Diese ist zum einen eine medizinische Überwachung und der Einsatz von Medikamenten, dann Gruppenaktivitäten und Ergotherapie und dazu Psychotherapie inkl. Gruppenrunden.
Dabei gliedert sich der Tag in Frühstück, Morgengymnastik, dann Aktivitäten bis zum Mittagessen und nach einer Ruhepause gibt es noch bis etwa 16 Uhr Aktivitäten, wir können aber auch noch bis 18 Uhr bleiben.
Den Rest des Tages bzw. die Nacht verbringe ich dann zu Hause.
Wie ging es heute los?
Um 10 Uhr war ich heute bestellt. Die Psychologin hat sich dann mit mir unterhalten und mich aufgenommen, danach wurde mir von der Schwester die Station gezeigt.
Einer der Patienten dort ist auch als mein Pate eingesprungen, das heißt er erklärt mir wie alles abläuft und ich kann jederzeit zu ihm kommen wenn ich Fragen habe. Ich habe mich auch schon mit anderen angefreundet.
Dann gab es Mittag und danach wurde ich dann von einer Ärztin (die Stationsärztin ist gerade im Urlaub, sodass ich sie erst nächste Woche kennen lernen werde) noch einmal medizinisch aufgenommen.
Das verlief so, dass ich nach meinen Medikamenten (Hormone) gefragt wurde und nach anderen medizinisch relevanten Dingen. Ich habe dort auch von meiner Selbstverletzung erzählt, da es ja auch ein Thema für mich ist mit dem ich abschließen möchte.
Und schließlich wurde ich noch nervlich und körperlich von ihr untersucht, mit dem Ergebnis dass alles im grünen Bereich ist. Morgen gibt es dann noch eine Blutentnahme und ein EKG.
Und wie gingen sie dort mit TS um?
Ich muss zugeben, sie gingen alle kompetent und recht vorurteilslos auf das Thema ein.
Mit den anderen Patienten habe ich allerdings gar nicht darüber geredet und ich hoffe, dass ich es vermeiden kann daraufhin angesprochen zu werden. Die Psychologin habe ich da schon auf meiner Seite.
Allerdings ist TS auch nicht der Grund weswegen ich dort bin und erscheint nur beiläufig in den Unterlagen.
Dabei war besonders die Ärztin ein wenig angetan und erzählte mir dass sie wenn sie mir so begegnet wäre, nie gedacht hätte dass ich TS sei und war auch überrascht dass ich absolut keinen Bartschatten habe und ein eindeutig weibliches Gesicht usw.
Das fand ich sehr nett von ihr :-)
Wie geht es jetzt weiter?
Heute Abend (also jetzt) mache ich mir Schnitzel, Pfifferlinge mit Sahne und Kartoffelpüree =)