Posts mit dem Label Psychologisches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Psychologisches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 26. April 2012

GaOP Woche 11 + PostOP-Zeugs + Traumatherapie + Beerdigung + Schuhe!

Es ist einiges geschehen in den letzten 3 Wochen ...
  1. Die Heilung verläuft langsam und gemächlich
  2. Übelkeit und Migräne
  3. Fatale Trauma-Therapie
  4. Wohoo Yay ♥
  5. Ein trauriger Abschied … ✝
  6. Ich brauche Hormooooone!
  7. Summer is comin'

Zuerst einmal ganz liebe Grüße an meine liebsten anonymen Leserinnen Kyra, Bella, Lenalein, Caro und Maddy im Himmel. Was wäre ich ohne euch …


– 1 –

Wenn ich mir den letzten Posting so durchlese, stelle ich erneut fest, wieviel sich ja doch geändert bzw. verbessert hat! Doch so im Alltag kommt es einem gar nicht so viel vor, da sieht man kaum eine Verbesserung, weil die Heilung so langsam voran schreitet.

Die einzigen Dinge, die jetzt noch großartig verheilen müssen, sind die Harnröhre (vermutlich geschwollen), der Damm (Haut/Narben noch wund), vermutlich die Prostata (kratzt, vermutlich geschwollen) und noch ein paar taube Hautstellen (Leiste, Schamlippen).
Sonst ist aber alles in Ordnung und ich bin im Sitzen oder bei Bewegungen überhaupt nicht mehr eingeschränkt und habe wieder volle Kraft.

Für die, die es interessiert: 1x die Woche: Döderlein, Joghurt; 2x die Woche: Kamille-Bad; tägl.: 2x Bougi mit Milchzucker; Bedarf: ph3,5 Waschemulsion.


– 2 –

Einerseits geht es mir ja seit der OP bedeutend besser. Ich habe mehr Energie und meine Laune ist allgemein viel besser. Jedoch bin ich vergleichsweise auch schnell erschöpft, und brauche meine Pausen zwischendurch, wenn ich nicht mit Sonnenuntergang einschlafen möchte. Es ist so wie wenn ich hart gearbeitet hätte, obwohl ich vergleichsweise wenig tue.
Was mich dabei aber mehr belastet ist die Tatsache, dass ich dadurch auch sehr schnell zu Migräne neige. Die angesprochene Übelkeit – vor allem morgens – ist ja nicht weiter tragisch, daran hab ich mich schon gewöhnt, aber manchmal bekomme ich sogar schon morgens eine Migräneattacke, was mich dann für Stunden oder den ganzen restlichen Tag k.o. legt.

Zum Glück aber habe ich aber eine Tablette gefunden, die bei mir dagegen wirkt. Denn die gängigen Migräne-Mittel schlagen bei mir nämlich null an, wohingegen Sympal sowas von perfekt wirkt!
Und trotzdem ist das beste einfach regelmäßig ein Power-Napping zwischen zu schieben, bzw. im Auto 5 Minuten zu entspannen.


– 3 –

Wäre ich nicht schon genug von Übelkeit geplagt worden, so versetzte mir die Trauma-Therapie-Sitzung (EMDR) vor einer Woche im wörtlichen Sinne erneut einen Schlag in den Magen.
D.h. ich bin ja vorgewarnt worden, dass es mir danach 1-3 Tage lang ziemlich übel gehen wird, allerdings schöpfte mein Magen diesen Zeitraum komplett aus, und so musste ich mich am ersten Tag danach mehrmals übergeben, am zweiten hatte ich Durchfall und am dritten Übelkeit und Rückenschmerzen. Ich habe mich also während den ganzen drei Tagen im Prinzip nur von Kamillentee ernährt.

Doch die Sitzung hat auch positive Dinge bewirkt, denn ich habe sofort gefühlt, dass sich irgendetwas in mir gelockert hat und ich mich irgendwie befreit fühle. Denn vorher war es so, dass ich die damalige Situation nicht begehen konnte, sondern irgendwie davor festklemmte und mich der Situation gegenüber ausgeliefert gefühlt habe. Inzwischen jedoch kann ich die Situation ohne Zögern betreten und habe das Gefühl, ich kann diese bewältigen.
Genauso habe ich mich direkt nach der Sitzung sofort an einige Bilder erinnert, die ich damals verdrängt hatte.

Ich bin ehrlich erstaunt, wie krass dieses EMDR wirkt … dass 30 Minuten davon solch einen großen Einfluss auf meine Psyche und meinen Körper haben, obwohl ich eigentlich gar nichts gemacht habe außer meine Augen auf sich hin und her bewegende Finger zu fixieren. Ich musste gar nichts denken, sondern mir nur vorher die Situation von damals erneut vor Augen rufen.
Und dann geschah es auch ziemlich schnell, dass sich in mir Emotionen aufbauten, mir zum Heulen zu mute war und mein ganzer Körper zu kribbeln begann. Jedoch schon ganz kurz danach baute sich dann alles wieder ab und in mir machte sich Erleichterung breit, und ich musste sogar anfangen zu lachen. Echt abgedreht


– 4 –

Yay ♥ Einfach nur yay ♥ Ich bekomme wieder Orgasmen ♥ *hust*

Sie sind klein, und es kratzt, aber hey! Es ist einfach nur toll :')


– 5 –

Am Freitag kam dann auch der Tag des Abschieds … der Tag in Schwarz

Wir sind insgesamt zu neunt und mit zwei Autos zur Beerdigung meiner lieben Maddy gefahren… Und auch wenn die Autofahrt jeweils ganz witzig war (zu fünft in meinem süßen – passend schwarzen – Kleinstwagen), so waren wir alle doch ziemlich aufgewühlt. Niemand hatte den Tod vorhergesehen, nie hätte sie ihn verdient, und doch hat sie es gewollt. Leider.
Und leider wurde sie nicht im Grab ihrer Mutter beigesetzt, sondern einzeln, aber ich denke im Himmel ist sie jetzt ohnehin frei. Und das hat man wirklich gemerkt, denn als wir zum Friedhof kamen, fing es an leicht zu nieseln, und als die Urne dann hinab gelassen wurde, fing es aus allen Wolken an zu schütten. Wie Tränen der Rührung.

Ich hab sie förmlich herunter rufen hören: Mann, seid ihr bescheuert da unten, hier oben ist es mal richtig toll. Und jetzt heult nicht so, ich kann hier oben eh keine Schmerzen spüren. *Frust* Aber trotzdem: Sowas von Ätsch!

Jedenfalls war es schon ein eindrückliches Erlebnis. Ich hab lange Zeit nicht so schluchzen müssen … … … Und wir hätten echt einen Preis im Synchron-Heulen gewinnen können! (Ihr seid die besten)


Ruhe in Frieden.





– 6 –

Ein anderes Thema … seit der OP habe ich deutlich gemerkt, dass ich mit den Hormondosen, die ich bis dato genommen habe, nicht mehr zurecht komme. Ich brauche meeeehhhr!!!
Zeitgleich habe ich aber ebenfalls festgestellt, dass mir das Progesteron, was ich sonst immer genommen habe, zu viel ist. Es ist schon seltsam, wie sich der Hormonhaushalt durch die OP verändert, aber irgendwo macht es ja auch Sinn.

Deswegen hier mal meine aktuellen Dosierungen:
Tag 01-03 … gar nix!
Tag 04-08 … Östradiol (4mg oral)
Tag 09-11 … Östradiol (6mg* Pflaster + 2mg oral) + Östriol (0,5 Hub)
Tag 12-17 … Östradiol (6mg* Pflaster) + Progesteron (0,5 Hub)
Tag 18-26 … Östradiol (6mg* Pflaster) + Östriol (0,5 Hub) + Progesteron (100mg oral)
Tag 27-29 … Östradiol (3mg* Pflaster) + Progesteron (100mg oral)
* 3mg entspricht einem 100er-Pflaster

Hormonwerte dazu kann ich dann in einem Monat posten, allerdings dosiere ich ohnehin nach Gefühl und variiere jeden Monat immer ein klein wenig.


– 7 –

Bald ist Sommer!! Die kommenden Tage sollen über 25 Grad!!! bringen!!!

Es ist jetzt schon so schön draußen, dass ich so viel Zeit wie es nur geht im Haus und im Garten herumwusel. Im Moment ist neben dem Frühjahrsputz eine Umtopfaktion am laufen, d.h. ich topfe alle meine Pflanzen um – was seit mehr als 2-4 Jahren nicht mehr geschehen ist.

Außerdem war ich heute zur Belohnung Schuhe(!!!) kaufen!! Es gibt echt nicht schöneres! =D
(Wenn ich morgen dran denke, gibts noch ein Foto von meinen neuen Lieblings-Pumps ♥)


Mittwoch, 23. März 2011

Antwort des MDK

Gerade eben hat mich meine Krankenkasse erneut angerufen und mir mitgeteilt, dass der MDK meinen Antrag begutachtet hat...

Es ist wirklich so gekommen, dass der MDK-Sachverständige meine private Therapie nicht anerkennt, da diese nur eine Therapie und keine Psychotherapie gewesen ist (formal gesehen).

Das bedeutet, dass ich den Antrag im Februar 2012 erneut stellen darf bzw. mich dann wieder an meine Krankenkasse wenden kann, um dann die 18 Monate (die der MDK ab August 2010 zählt) "abgearbeitet" zu haben...


Für den ersten Moment ist es natürlich schon enttäuschend, auf den zweiten habe ich mir das ja schon gedacht, aber immer noch gehofft, es würde glatt laufen.

Zum Glück habe ich noch ein 32 Stunden Kontingent für Tiefenpsychologie in petto, nur wollte ich eigentlich auf Grund meiner Ausbildung eine Therapiepause machen, aus der jetzt wohl nichts mehr werden wird.

Adieu GaOP Herbst 2011, jetzt heißt es Willkommen GaOP Sommer 2012 ... und das abwarten geht weiter, es sind ja nun schon 2 ganze Jahre, aus denen wohl noch 4 Jahre werden werden.

:'(

Freitag, 11. Februar 2011

Hochsensible Persönlichkeit

Ich habe mir mal die Zeit genommen und die Tests von Bad Hair Days' Blog zu machen. Diese Tests beziehen sich auf Hochsensibilität, den Emotions-Quotienten und den "IQ".

Die Hochsensibilität oder kurz HSP
Hochsensible Personen sind wie der Name schon sagt in ihrer Art und Weise wie sie auf ihre Umwelt reagieren, sensibel. Dabei ist gemeint, dass diese Personen schnell von zu vielen Reizen überflutet werden oder sie stark auf Medikamente, andere Personen, Umweltveränderungen usw. reagieren.

Ich habe hierzu den Test auf zartbesaitet.net gemacht. Hierzu muss ich aber anmerken, dass ich schon wusste, dass ich zur Hochsensibilität tendiere ;)

Der Test brachte mir 246 Punkte ein, und bestätigte damit meine Vermutung im unteren bis mittleren Bereich der Hochsensibilität zu liegen.

Emotionaler Quotient oder kurz EQ
Der emotionale Quotient beschreibt die Fähigkeit eines Menschen seine Umwelt und Mitmenschen emotional zu begreifen und sich in einer Gefühlswelt zu orientieren bzw. diese zu empfinden.

Dabei wusste ich schon immer, dass ich ziemlich gut in Emotionen bin ... und naja, der Test von Aspergia ergab bei mir 65 von 80 Punkten.

Das bedeutet ich habe einen extrem guten EQ ... wobei ich persönlich ihn eher sehr gut bezeichnen würde, ganz so übertreiben muss man finde ich nicht. Aber der Test ist auch für potentielle Autisten (das Asperger-Syndrom) erstellt worden, und da ist das mitunter wirklich schon extrem ;o)

Systemischer Quotient oder kurz SQ
Ich verbinde des SQ ja gerne mit dem IQ, da der IQ zwar weitreichender ist als der SQ, da er nicht nur systematisches Denken abfragt, aber in eine ähnliche Richtung geht, und Emotionen etc. genauso komplett ausspart.

Hierbei muss ich vorneweg nehmen, dass ich weiß, dass ich was die systemische "Intelligenz" anbelangt, und somit den IQ, ich im oberen Mittelfeld rangiere, ich würde meinen IQ jetzt mal auf 130-140 schätzen ...

Der Test von Aspergia allerdings beschäftigt sich eher mit der systemischen "Weltsicht". Allerdings hat diese, muss ich sagen, seitdem ich mich auf weiblichen Hormonen befinde, stark abgenommen. Wahrscheinlich produzieren deshalb Frauen im Schnitt viel niedrigere Werte in diesem Test und werden daher fälschlicher Weise als weniger systemisch begabt eingestuft, obwohl ich diese "Weltsicht" als sehr ausdruckslos dahingehend ansehe.

Im Test selbst hatte ich 29 von 150 Punkten und damit sehr niedrig, obwohl ich mich von meinen Fähigkeiten auch hier im Mittelmaß sehe.

Von daher ist es kein Wunder, dass ich von Aspergia als "Extrem Emotional" eingestuft wurde. Ich selbst würde mich aber als "sehr Emotional" einstufen ;o)

Freitag, 9. April 2010

Kunst ohne Alltag 10

Heute mal ein Bild, dass einer angespannten Situation entsprungen ist (Insider wissen, dass es um J. geht...), aber mir schon seit einigen Tagen (DEN theoretischen Tagen) durch den Kopf huscht.

Um mal auf die Tage zu sprechen zu kommen, ich habe sie natürlich auch, wenn auch nur gefühlt, und ich spüre sie auch nicht immer, nur wenn mal wieder gewisse Dinge aufeinander treffen oder sich in mir ein Bild oder ein Geschmack im Mund breit macht. Körperliche Symptome habe ich dagegen nicht, die Organe gibt es ja auch theoretisch in mir nicht *seufz*
(Sorry Mädels, aber eigentlich bin ich auch froh keine Regelschmerzen zu haben, aber dafür kenne ich natürlich andere Dinge ... es ist also, wie man es dreht wie wendet)

Ich hab mal gelesen, dass auch Männer eine verkümmerte Gebärmutter mit sich herum tragen, praktisch noch aus der Zeit, als die Müller'schen Gänge noch da waren, damals im Mutterleib, damals vor der ~13. SSW ... aber egal, das ist ja nicht das Thema.

Vor einigen Tagen also hatte ich wieder einen komischen Geschmack im Mund und in meinem Kopf ist dieses Bild von Unterleib meets Blut aufgetaucht, ein kurzes Aufflackern und Nachbrennen, wie eine Vision am helligsten Tage: Menstruation.
Erst kürzlich wurde mir von einem Transmann bescheinigt, dass es für ihn das normalste auf der Welt ist, wenn ausgerechnet ich über Menstruation rede; das gab mir Mut diesen Eintrag zu schreiben *knuddel an Elias* da ich mir auch immer im Beisammensein mit Bio-Menschen (das sind die, die nicht trans sind X3) etwas komisch vorkomme, von solchen Gefühlen zu reden...

Um aber mal auf das Bild zurück zu kommen, hier ist es:
(klicken um es in Groß zu sehen)

Ich habe daran vorhin etwa mindestens 2,5 Stunden mit Grafiktablett und The Gimp gesessen und habe dabei insgesamt 3 Studioalben durchgehört, bis meine Ohren qualmten (und meine Finger) :3
Nightwish - Once
Tarja Turinen - My Winter Storm
und Northern Kings - Rethroned

Eine kleine Analyse
Das dort auf dem Bild bin ich. Und ich liege dort auf einem weißen Grund, ich habe einen Pinsel in der Hand, mit den passenden Tuben daneben. Meine Hüfte wird von einem Viskose-Rock umspült, meine Beine von Lotus-Blumen berankt (bilden die überhaupt Ranken? Egal :3) und festgehalten, während sich zwischen meinen Beinen einige Blutflecken niedergesetzt haben. Im Hintergrund sieht man pastellfarbene Farbverläufe.


Und die passende Interpretation, bitte erst lesen, wenn ihr das schon selbst mal versucht habt, sonst macht es doch keinen Spaß mehr ;)
Ich liege dort, und habe die Hand auf dem Bauch, weil ich Regel-Krämpfe habe. In der Hand halte ich einen Pinsel, mit dem ich die Farben des Hintergrundes gemalt habe; diese Farben scheinen wie Flammen, die sich winden und weich verformen, aus meinem Kopf und meinem Körper heraus zu kommen. Diese schillernden bunten Pastellfarben stehen für geistige Energie, das Leben, die Freude, Fantasie, Kreativität und für die Seele. Dabei werden diese Farben nicht nur vom Kopf/Geist gespeist, sondern auch von den (leuchtenden) Lotusblüten, welche die Reinheit (Erleuchtung) symbolisieren. (Rote Lotusblüten sollen übrigends weibliche Genitalien symbolisieren, das habe ich mal bewusst nicht gemalt ^^; ) Diese Reinheit, der die Beine bewuchernden Lotusblüten, steht im Kontrast zu dem Mens-Blut, welches zwischen den Beinen auf dem schneeweißen Boden klebt. Der Boden besteht aus reinlichem Weiß, und die Kraft/Fruchtbarkeit aus dem Blut geht über diesen Boden in die Pflanze über und bringt sie zum Erblühen. Das bedeutet, das Mens-Blut nährt meine Lebenskraft und Fantasie. Aber wiederrum ist das Mens-Blut, genauso wie die Krämpfe, nur Produkt meiner Fantasie, also Phantom-Erscheinungen, welche also aus den schillernden Farben gespeist werden und diese auch wieder speisen.
Damit verdeutlicht dieses Bild einen Kreislauf der Energie, welcher durch die Menstruation eine Symbolik der Weiblichkeit findet, was darauf anspielt, dass ich Weiblichkeit aus mir schöpfe und aus der Weiblichkeit wiederrum mein Ich und meine Energie, die dann erneut ...
Also ganz kurz: Frau-sein entspricht Energiefluss entspricht LEBEN!

Und noch etwas musikalisches zum Schluss:

Northern Kings - Take On Me (A-Ha Cover)

(mit meinen Lieblingen Tony Kakko und Marco Hietala *-* schmelz! zerfließ!)

Sonntag, 7. März 2010

Kunst des Alltags 1

Manchmal habe ich solche Tage, in denen ein Gefühl so dominant ist, dass ich es gar nicht mehr aus meinem Kopf heraus bekomme. Oft schwebt mir dann auch ein Bild vor der inneren Mattscheibe und es entsteht der Druck in mir das einfach hinaus  zu lassen!

Ich habe mir nämlich letztens aus solchem Druck heraus Buntstifte gekauft und dann einfach drauf los gemalt. Ich hatte dieses innere Bild von einer dunkelblauen Gestalt, die zusammen gekauert da sitzt und aus deren Inneren ein kleines Mädchen aus dem Bild heraus guckt. Ich habe das dann allerdings etwas anders umgesetzt, aber schaut selbst:

 

Bild ohne Namen vom 3.3.2010 © cornelia s.

Eine kleine Nachanalyse:
Wenn ich male denke ich ja eigentlich nicht nach, ich male einfach was mir in den Sinn kommt, was ich eben fühle. Gerade deswegen sind, finde ich, Nachanalysen so interessant, weil da eigentlich immer etwas anderes heraus kommt, als ich mir vorher eigentlich gedacht hatte. Meistens ist es so, dass das Bild dann eher meine Gefühle über die Idee als die Idee selbst abbildet.

Hier sieht man also eine junge Frau, die am Weinen ist. Sie ist blau, weil sie sich ihre ganze Hoffnung hinweg geweint hat und ihr Herz sozusagen erkaltet ist. Sie ist hilflos, schutzlos. Neben ihr steht ein kleines Mädchen, welches die pure Hoffnung verkörpert. Sie ist klein und lebenslustig und sieht bedrückt zur jungen Frau hinauf. Sie hält ihr ihre Hand entgegen und versucht sie zu trösten. Links sieht man sich weg bewegende Traumblasen, welche das kleine Mädchen verjagt hatte, um die junge Frau aus ihrer Traumwelt zu befreien, bevor es zu spät für sie wurde um noch lebend heraus zu kommen. Denn die Traumwelt hat ihr ständig Energie und Hoffnung entzogen, während von unten immer mehr die schwarzen Ranken an sie heran wuchsen, Sinnbild für Selbsthass und Selbstverletzungen.
Was das mit Transsexualität zu tun hat? Vieles, vieles.

Mittwoch, 3. März 2010

Auf einen Vers 1

Ich habe vor einem Jahr damit angefangen Gedichte über meine Gefühle zu schreiben. Diese wollte ich euch jetzt nach und nach präsentieren, ich freue mich auch über Feedback. Seid nur gewarnt, mein dichterisches Talent ist begrenzt, jedesmal wenn ich anfange zu reimen klingt es nämlich ulkig ^^;

Hier also vom April 2009: 

„Kalte Füße“
29.04.2009

Mit einem Fuß auf der Brücke stehend,
die Nägel funkeln vorwurfsvoll im Licht;
der zweite will sich nicht nach vorn' bewegen,
so sehr man auch an ihm ziehen möcht'.
..
Auf der Brücke sind alle Füße ungeschützt,
verletzlich werfen sie fragile Schatten;
hier und da schleppen sich barfuße Gestalten,
vorwärts und rückwärts, letzteres rapider.
..
Ab und an stürzt eine Gestalt, eine andere stolpert;
viele verletzen sich an scharfen Scherben
und humpeln einsam ihren Weg.

Mein zweiter Fuß ist im Schuh gefangen,
die alte Haut möchte nicht weichen –
es ist nicht so, als ob man etwas verliere,
man gibt nur jeglichen Schutz von der Hand.
..
Da draußen ist man der Umwelt hilflos ausgeliefert,
den Scherben, dem Wind, Hitze und Kälte.
..
Lohnt es sich wirklich die Geborgenheit gebende Heimat zu verlassen?

Die alte Haut, eng und trist,
kann sie ein Leben in Freiheit ermöglichen?
Der Schutz und die Bevormundung eingesessener Rollen,
kann je ein Schmetterling diese Sicherheiten trumpfen?
..
Der alte Schuh möchte nicht weichen,
denn er ist das Tor zum früheren Ich,
ein Rückzugspunkt in eine angestammte und beschränkende Welt.

Vielleicht ist es ja besser
mit verdrängendem Geiste das Dasein zu fristen;
Anerkennung und Liebe genießend,
klaren Strukturen nachzujagen
und alle Geheimnisse und innigen Wünsche
in den hintersten Zellen des geistigen Gefängnisses zu verschließen.

Wer hat schon den Mut
sich von den eisernen Sohlen loszulösen?
..
Denn man kann fallen, sehr tief fallen;
Stolpern und Verletzungen sind vorprogrammiert
und lassen den unerfüllten Wunsch an einem Ufer zu stranden
immer wieder vor dem inneren Auge auflodern.

Doch je weiter man sich vom Heimatufer entfernt,
desto mehr Scherben sammeln sich vor den eigenen Füßen.
Man sieht Gestalten sich vor und hinter einem beugen,
unter der Last ihrer Erwartungen zu Boden sinken.
..
Das Geländer der Brücke ist schon längst abgebrochen;
man steht unter den Gestalten, und doch einsam,
ängstlich und fröstelnd im beißenden Wind.
..
Jedoch die Flügel, sie wachsen –
vielleicht fange ich schon bald an zu schweben.

Ich vermisse meine alten Schuhe –
ausgeleiert und nie bequem
und doch gaben sie Stabilität.
..
Im Winde ist man allem ausgeliefert, die Kälte sticht in der pochenden Brust
und vereinzelt auftauchende Kerzenlichter
sind die einzigen Quellen von Wärme im Herzen, nebst des inneren Feuers –
der Hoffnung und des Wunsches das wahre Ich zu leben.

Der Weg ist hart, die Gefahr ist groß;
und trotzdem ist er lohnenswert.
..
Am Ende stehen meine alten Schuhe
zusammen mit vielen anderen Paaren gemeinsam am Ufer der Brücke,
langsam vermodernd wächst auf ihnen bereits Moos.
..
Wie gerne ich doch schon den Duft der Blumen des anderen Ufers einatmen möchte.
Allein der Gedanke daran zaubert ein Lächeln auf meine Lippen,
ein Lächeln der Hoffnung.

© 2009 ςornelia s.
Es zeigt vielleicht die Angst, die ich damals vor dem Weg hatte, aber vieles ist einfach unbegründet gewesen, es ist alles viel lockerer gelaufen, aber das kann man ja vorher nicht wissen ...

Freitag, 26. Februar 2010

Das Gefühl im falschen Körper geboren zu sein

Neulich wurde mir von einer Frau gesagt, sie könne es sich gar nicht richtig vorstellen, wie es sich anfühlt im falschen Körper geboren worden zu sein. Was ist das für ein Gefühl?

Vielleicht mal einige Dinge vorneweg, die Ursache der Transsexualität liegt hauptsächlich darin, dass das Gehirn ein anderes Geschlecht als der Körper ausgebildet hat, es lässt sich demnach also recht gut als im falschen Körper geboren beschreiben. Aber die Realität ist natürlich nicht immer so einfach, da wie der Körper auch Gehirne nicht bipolar sind und sogar bei einem drittel aller Menschen geschlechtsneutral ausgeprägt sein sollen. (Wie auch immer man das verstehen soll, ich glaube nicht, dass diese Menschen beiderlei Instinkte in sich tragen?)

Was diese gehirntechnischen Tatsachen bei Transsexualität betrifft, so gibt es mehrere Studien, die zeigten, dass Gehirne von unbehandelten Transfrauen die selben Gehirnaktivitäten im Bezug auf geschlechtsspezifische Dinge (z.B. Sexualität) wie andere Frauen aufweisen. Ebenso gab es mal eine Studie, die zeigte, dass unbehandelte Transfrauen ebenso auf männliche Pheromone reagieren wie andere Frauen. Außerdem gab es mehrere Studien, welche demonstrierten, dass sich die sogenannte BSTc-Region im Hypothalamus von Transfrauen denen anderer Frauen gleicht, was das dann genau bedeutet weiß ich nicht, ich weiß nur, dass es angeboren ist.

Ich würde es aber mal so beschreiben: Transfrauen haben die gleichen weiblichen Instinkte und Schaltmuster wie andere Frauen!
Und dies zeigen mir auch meine Erfahrungen, die ich schon als ich noch jünger war machte und auch heute erlebe, allerdings um einiges stärker.

Wie kann man also dieses Gefühl beschreiben? Da es bei jedem und jeder Betroffenen anders ausgeprägt ist, ist es ziemlich schwer dies auf einen Nenner zu bringen, aber ich probiere es mal:

Es existiert eine unterschwellige Ablehnung gegenüber dem eigenen Körper, bzw. seinen fremden Eigenschaften. In deinem Kopf herrscht immer noch das Bild von dir wie du zu Beginn der Pubertät warst und instinktiv hasst du jede Entwicklung in die falsche Richtung, die dich immer weiter weg von deinem dich besänftigenden Selbstbild führt. 
Irgendwann kannst du aber nicht mehr wegschauen!

Ebenso wirst du immer einsamer, denn du lebst in einer fremden Welt, diejenigen, die deinesgleichen sein sollten, sind so verschieden von dir, da niemand richtig deine Gefühle und Sehnsüchte und Interessen teilt und du fühlst dich in ihrer Gegenwart gelangweilt und alleine.
Irgendwann musst du da einfach raus!

... Und dann versuchst du alles zu kaschieren, stark zu sein und anderen keinen Angriffspunkt zu bieten. Doch du bist klein, emotional, noch wie ein Kind und verstehst die Welt um dich herum nicht, alles ist so groß und schwierig, für andere Menschen scheint diese Welt so richtig zu sein, in der du dich so falsch fühlst. Sie entwickeln sich weiter, können sich selbst leben, in dir kommt der blanke Neid auf und das macht dich nur umso verschlossener.

... Und eines Tages kommt dann alles hoch und du kannst nur noch loslassen und dann muss es raus und du gehst deinen Weg, so aufreibend er auch sein mag, du kannst einfach nicht mehr anders ...

Fortsetzung folgt...

Dienstag, 26. Januar 2010

Gutachterfragebögen

Am Freitag war es soweit, ich hatte einen Termin beim Psychologen zum Gutachten wegen meiner Vornamensänderung. Ich war ziemlich aufgeregt, als ich dorthin gefahren bin, ich konnte auch im Wartezimmer nicht still sitzen. Mir schien es aber so, als ob mein Gutachter ein netter Mensch sei, wie er mir auch dann noch bewies...

Im Wartezimmer jedenfalls lagen mehrere Psychologie-Zeitschriften, unter denen eines einen sehr interessanten Artikel über den Einfluss von Sexualhormonen auf die Datenverarbeitung im Gehirn beinhaltete. Sub summarum war es so, dass Östradiol/Progesteron das Gehirn dazu veranlasst beide Gehirnhälften gleichzeitig zu benutzen, statt separat. Dadurch sollen die Berechnungen eine Redundanz erhalten, so dass das Gehirn zwar langsamer die Daten zwischen den aktiven Arealen austauscht (es läuft ja quasi über die 'NorthBridge' und wird nicht einfach von Cache zu Cache transportiert), aber dafür fehlerfreier arbeitet. Laut dem Artikel soll das auch älteren Menschen so gehen, um altersbedingte Defizite auszugleichen.

Achja, das Gutachtergespräch. Es lief durchaus angenehm ab, ich musste mich nur sehr konzentrieren auf alle seine Fragen eine Antwort zu finden, ich bin da ja ohne jegliche Vorbereitung hingegangen. Aber der Gutachter war ein netter Mensch, er ist zwar dafür bekannt etwas hart zu sein, aber mir hat er zugesichert es würde positiv ausfallen und er würde sogar noch einige Sachen drehen, damit auch alle Bedingungen für das TSG§1 erfüllt werden, nett von ihm :-)
Der eine große Punkt weshalb er mich für transsexuell hält ist der, dass ich auf seine Frage, ob ich denn schon einmal davon geträumt habe Kinder zu bekommen, antwortete, dass ich a) schon davon träumte eines zu haben und Muttergefühle spürte und b) auch schon davon träumte schwanger zu sein. Er meinte ein Mann würde so etwas nie nie nie nie nie nie nie nie träumen. Irgendwie glaube ich ihm sogar?
Naja, der zweite Punkt war, dass ich mir noch nie vorgestellt oder gewünscht habe mit einem Männerkörper Sexualität auszuleben, sondern ich meine Fantasie seither nur als Frau durchquerte.
q.e.d.?

Danach sollte ich noch den MMPI, SSI (Selbststeuerungsinventar) und FPI (Freiburger Persönlichkeitsinventar) machen, und er gab mir noch einen Anamnesefragebogen mit, was ich jetzt alles ausfüllen und an ihn schicken darf.
Es gibt mehrere Dinge, die mich da auf dem Fragebogen stören ... Zum einen soll ich alle Fragen aus der Sicht des Geburtsgeschlechts beantworten, das heißt soviel wie dass ich immer intuitiv das falsche ankreuze, z.B. ob ich gleichgeschlechtliche Partner vorziehe: Klar nein ... oh, es muss doch ja heißen... ^_~; upsi
Oder er fragt mich nach Rollenverständnis, angeborenen Persönlichkeitseigenschaften von Männern und Frauen oder typischen Eigenschaften ab ... Sollte ich erwähnen, dass ich keine Ahnung von sowas habe? Für mich bist du weiblich, wenn du dich weiblich fühlst, und nicht dann, wenn du eine Liste von doofen Eigenschaften erfüllst? Ich finde jeder sollte sich so ausleben können, wie er mag. (solange er keinen Schaden verursacht) Ich kenne weibliche Männer und männliche Frauen, es gibt doch innerhalb der Geschlechter viel größere Differenzen als zwischen den Geschlechtern, oder?
Irgendwie werde ich mir schon etwas aus den Fingern saugen können, sonst schreib ich einfach Konfitüre und Marmelade rein ^^