Montag, 18. Januar 2010

Angst und Scheu

Habe ich schon erwähnt, dass ich unglaublich scheu bin? Ich habe Angst vor vielen Situationen und schiebe gerne Dinge hinaus, nur um keine Konfrontation einzugehen. Es hilft nicht wirklich, ich plane nicht gerne Outings und habe doch immer Angst davor Ablehnung zu erfahren... wie ich auch so immer Angst habe davor abgelehnt zu werden, wenn ich mit Menschen interagiere, ich vertraue da nur wenigen, ganz wenigen Personen, die ich aber umso lieber habe *drück* ... *sniff*

Es geht darum, dass ich hier sitze und über meine Angst schreibe, anstatt zur Matheübung in die Uni zu gehen. Ich finde das selbst nicht gut, was ich gerade tue, aber ich kann mich gerade absolut nicht dazu durchringen diese Kerlklamotten anzuziehen und zur Uni zu stolpern, um als Kerl gesehen und behandelt zu werden ... es macht mich krank, mir wird fast übel und ich wöllte immer am liebsten unsichtbar werden und schluchzend davon rennen.
Es gibt Tage, an denen fällt es mir gar nicht so schwer, aber heute ist es ganz schlimm ... nachdem mir schon heute morgen die Emotionen hochkamen (siehe Vorpost), kann ich jetzt gerade gar nicht stark sein.

Ihr fragt euch sicherlich, warum tut sie das? Warum geht sie nicht einfach als Mädchen zur Uni? ... Ich würde furchtbar gerne, aber ich habe Angst vor den Reaktionen meiner Umwelt. Ich habe mir vorgenommen, noch bis nach den Prüfungen durchzuhalten, inklusive drei Wochen Vorlesungs- und Übungszeit. Doch eigentlich möchte ich schon seit Dezember alles außer als Kerl rumzulaufen und habe oft mit Tränen zu kämpfen, wenn ich genau dies tue -- ich bin einfach unglücklich so! :-(
Ich habe auch Angst vor dem Worst Case, der auftreten kann: Es wird bestimmt auf die eine oder andere Art eintreten, aber es würde mich so schwer treffen, noch schwerer wahrscheinlich, wie es mich seither schon jedesmal trifft. Es ist, wenn ich trotz meines Mädchenauftretens mit meinem alten Namen und mit männlichen Personalpronomen angesprochen werde ... es belastet mich nicht, wenn Menschen etwas denken, aber wenn sie es aussprechen, wirft mich das zu Boden und ich werde ablehnend und zickig, denn wenn etwas Beziehungen zerstört, dann so etwas :-(
Es ist manchmal wie auf einer Rüttelplatte, auf der du zu tun hast, überhaupt länger als einige Sekunden stehen zu bleiben oder überhaupt aufzustehen, bevor du wieder zu Boden geworfen wirst und sich langsam alles um dich herum nur noch dreht.

Sicherlich werde ich es schaffen, so zu leben wie ich es möchte, ich gehe dem ja schon ein Jahr lang erfolgreich nach, aber mir wird oft auch immer wieder klar, dass ich kein Felsen bin, sondern eine kleine Blume und die Hilfe meiner Mitmenschen brauche...

1 Kommentar:

  1. Hi Connie

    Ich kann verstehen was du meinst, vor allem das mit dem Namen. Als wir bei mir den Kochabend hatten, haben Lilli und ich uns sehr bemüht, dich immer mit dem Mädchennamen anzureden und auch mit dem richtigen Artikel und Pronomonem, aber du musst den Leuten auch Zeit geben. So wie du Zeit brauchst, dich umzustellen, dich wieder in die Umwelt einzugewöhnen, so müssen sich auch leute, die dich eben Jahre lang mit deinem Geburtsnamen angesprochen haben, dass du jetzt einen weiblichen Namen hast. Keiner will dir was böses oder dich erniedrigen, es ist halt eine Frage der Gewohnheit und wir geben alle unser Bestes.^^
    *knuddel*
    Hab dich lieb^^

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