Mittwoch, 2. Juni 2010

Auf einen Vers 101

Ein neuer Monat :) Dieses mal zeige ich euch ein Gedicht vom Juli letzten Jahres.

Leider bin ich in den letzten Monaten gar nicht mehr dazu gekommen neue Gedichte zu schreiben, irgendwie lebe ich mehr als dass ich nachsinne haha ^^;

Schatten der Wellen

Schatten tanzen, wie kleine Gestalten, unter dem Baum,
Dämonen schwingen sich von Ast zu Ast
und schütteln all die großen und kleinen Blätter
im Takte des Windes,
welcher immer wieder sanft mein Haar durchwühlt.

Ein Stoß weht Pflanzenteile durch die Luft,
welche wie Wasser Wellen bildet, im Sand,
der bald davon gespült werden wird,
mit all den Steinen, all den Blättern.

Plätschern und Rauschen erfüllt meine Welt,
hier sind wir ganz allein im Universum der Menschen.
Das Geräusch des Blattwerks schwingt
melodisch zum Glucksen im Wasser,
ab und an knackt es in den Wipfeln.

Die Fluten umspülen meine Beine und Sand meine Füße,
in dieser Lunge der Natur, der Rock am Ast
das einzige Zeichen der Zivilisation um mich herum,
welches auch bald hinter Blättern verschwimmt,
ebenso wie das Spiegelbild alter Tage im Fluss.
Ich habe es hinter mir gelassen.

Langsam setze ich einen Fuß vor den anderen,
wie als müsste ich erneut das Laufen erlernen.
Es treibt ein kleiner Ast an meinen Fingern vorbei,
welche sich durch die Wellen tasten,
jene Wirbel, welche die Welt
mit ihrem rauschenden Puls beleben.

So wie das Wasser meinen Körper umspült,
so lasse ich mich treiben, das neue Leben,
es ist grün und eins mit der Welt,
in meinen Augen und in meinem Kopf.
So wie die Vögel auf den Ästen sich erheben,
so sprang auch ich in Leere, welche doch
so viel Leben in sich trägt.

Letztlich, eine Libelle spricht zu mir von der Zeit
und die rote Sonne kitzelt mich wach.
So dann die Strömung mich wieder dem Ufer übergeben,
den Bäumen und den Farnen und dem Kraut.
Ein Käfer sitzt auf meinem Rock, ganz still
und bedächtig, wie die Sandkörner auf meinen Füßen.
Ich setze sie ab und wünsche ihnen eine gute Reise,
ehe ich mich umdrehe und dazu aufmache
in die Zivilisation zurückzukehren.

27.07.2009 ~ Das kleine C.

Das Gedicht habe ich geschrieben nachdem ich mit meiner Schwester im Fluss im Wald baden gewesen bin :) Leider sind die Flüsse heutzutage so schmutzig, man muss immer aufpassen, dass man nicht auf eine Scherbe tritt oder es hängen Plastiksäcke zwischen Zweigen und sowas ...

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