99 Tage, so lange dauert es bis die Welt nun wahrhaftig der Apokalypse zum Opfer fallen wird und ich verschläucht und vernarbt ans Licht treten muss. Das gleißend weiße Licht strömt auf meinen mit Jod bepinselten Körper, willkommen im Kreißsaal, man setzte zum krönenden Schnitte.
Oder so ähnlich mag es wohl zugehen wenn ich in 99 Tagen im Krankenbett liege und vor Aufregung mit Sicherheit kein Auge zubekommen werde. 99 Tage, oder auch:
Mittwoch, der 8. Februar 2012, morgens halb 9 in Frankfurt am Main. Zum Frühstück gibt es den restlichen Schluck Abführmittel, obgleich ich vor Aufregung die Tage davor eh nichts mehr runter bekommen habe.
Und dann ... verlasse ich das Zimmer in meinem weißen Krankenhausbett und werde in den OP gefahren, ganz wie damals als ich 7 Jahre alt war und mir der gutartige Tumor aus fötalem Stammgewebe aus dem Knie operiert wurde, nur dass dieses mal andere Dinge heraus geholt werden, was aber nicht weniger dramatisch ist als in der Haupt-Wachstumszone des Beines herum zu rödeln.
Nur eines: Ich bin wahnsinnig(!!!) aufgeregt!!!
Meine Therapie ist im Moment auch ziemlich anstrengend und wird so denke ich noch weiter gehen, aber irgendwann werde ich das alles hinter mir haben. Manchmal fühle ich mich zwar überwältigt, aber ich weiß dass ich gestärkt hinaus treten kann, wenn ich über meine Schatten gesprungen bin.
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