Samstag, 21. Juli 2012

Kleine Ängste – großes Wiedersehen

Es ist mitten in der Nacht, und ich kann irgendwie nicht schlafen. Zum einen bin ich zwar richtig müde, gar erschöpft, aber auf der anderen Seite irgendwie unruhig.

Der Tag hatte schon mit Unruhe, ja irgendwo einer Art Angst begonnen, vielleicht sogar ein wenig sozialer Phobie. Die Ursache liegt denke ich bei 2 Dingen:

Zum einen feiert meine Schwester bei uns im Elternhaus am Wochenende ihren Geburtstag nach – d.h. ein Haufen Leute, die ich nicht kenne, und die im übertragenen Sinne quasi ohne, dass ich sie einschätzen kann in meine Privatsphäre eindringen – etwas, das ganz automatisch Unruhe oder Angst vor Kontakt mit ihnen auslöst. Unbegründet, aber eben vorhanden.

Zum anderen habe ich mich heute mit ehemaligen Kommilitonen getroffen, die ich seit gut 1,5 Jahren nicht mehr gesehen habe. Davor hatte ich irgendwie auch Bammel, wenn auch mehr eine Art Nervosität. Fragt mich nicht, warum – ich vermute, es war, weil ich damals in der ziemlich schwierigen Zeit während und nach meines Outings ziemlich viel Zeit mit ihnen verbracht habe, und sie mich deswegen an jene Zeit erinnern.
Manchmal kommen mir auch etwas die Tränen, wenn ich mich zurück erinnere. Ich hatte wirklich viele emotionsgeladene Dinge erlebt, es war mitunter alles andere als einfach zurecht zu kommen. Und ich habe auch gemerkt, dass ich sie alle doch ziemlich vermisst habe! (Und bei diesem Thema bin ich eine ziemliche Heulsuse...)

Jedenfalls sitze ich nun hier, mitten in der Nacht, und bin unruhig. Deswegen muss ich das mir hier jetzt auch von der Seele schreiben, ein Müsli futtern und mich etwas ablenken.
(Ebenso bin ich immer bevor ich meine Tage bekomme ziemlich unruhig oder kann nicht gut schlafen – vermutlich wegen einer Hormonimbalance oder dergleichen...)


3 Kommentare:

  1. Hallo CoraCora! Die Gemeinsamkeiten mit unseren Vornamen finde ich schon irgendwie witzig ^^ (Du weißt warum)... aber... soviel nur am Rande.

    Hm... naja Leute nach Langem wiederzusehn ist für unsereins durchaus mitunter seltsam. Deine beiden Erlebnisse mit den Kommilitonen und dem Familienfest erlebe ich Mitte August (wenn alles gut geht bis dahin) inetwa auch. Da kommen nämlich mein Bruder und Schwester zu meinen Eltern - quasi Ferienbesuch - und da ich mit letzteren ja wieder Kontakt habe wird es und soll es nach Wünschen meiner Eltern dann eben zu einem großen Familientreffen kommen. Meine Geschwister hab ich das letzte Mal vor gut 2 Jahren gesehn. Damals waren sie wie stets auf der Seite meiner Eltern (hauptsächlich sogar einer Meinung mit meinem Vater für den ich ja das "Schwarze Schaf Hoch 3" war) und verstanden sich mit mir deshalb auch nicht sehr gut. Auch für sie war ich stets ein Freak und eben total durchgeknallt. Und ich hab Angst davor wie sie wohl jetzt denken. Wieder wie meine Eltern? Also nun pro-Kyra? Wenn Ja ist das wohl gut so, aber irgendwie ist es trotzdem crazy und unheimlich wenn sie sich wiiiieder die aktuelle Meinung meiner Eltern aneignen. Als hätten sie keine eigene! Das ist doch total schräg oder??

    Naja, jedenfalls sind solche "Treffen" für Dich und mich und unsereins eben leider sehr spannend. Äußerlich nämlich verändern wir uns mehr als andere Menschen. Egal eigentlich, denn innerlich sind auch wir stets die selben. Und das ist es eigentlich, was wichtig ist.

    CoraCora wir sind nicht schlechter als andere Menschen, wir sind nicht seltsam, wir sind nicht krank und wir haben verdammtnochmal keinen Grund für unser Sein zu entschuldigen oder rechtzufertigen. Wir sollten sogar mehr Stolz -nämlich ECHTEN Stolz- in uns tragen dürfen als andere die angeberisch ihren roten BMW oder Porsche präsentieren weil sie im Job im Arschkriechen oder aus purer Karrieregeilheit Erfolge haben. Die Natur hat UNS einen Stein in den Weg gelegt den wir erfolgreich aus dem Weg geräumt haben weil WIR eben DAS zeigen was einen Menschen ausmacht. Einfach nur im Einklang mit sich selbst sein Leben zu leben.

    Und darum solltest Du Dich bei Deinen Treffen stolz präsentieren. Du bist eine starke Frau bei der man erkennen kann, was wirklich wichtig und erstrebenswert ist im Leben.

    Zu Deiner Sozialphobie kann ich leider nix sagen. Ich hab so eine nicht. Mir war schon immer egal was die Leute über mich sagen und ob sie mit dem Finger auf mich zeigen. Das prallt an mir ab wie bei einem Spiegel. Aber ich denke, dass Du nun erst in den letzten Monaten damit anfangen konntest, Dein Selbstwertgefühl aufzubauen und ich bin sicher, dass es immer besser und besser wird und Du eines Tages stolz und selbstsicher durch die Strassen und Dein Familienleben stöckelst. Bedenke: die Mitmenschen finden Dich so wie Du Dich selbst findest.

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    1. Hi Kyra-Schätzchen!

      Ja, das ist mal voll gruselig! Ich mag ihn aber genauso wenig wie du ;) Nella (wie in: Nutella) und Kyra passen da viel viel besser!
      PS: Die Heldin meines großen Fantasy-Epos, an dem ich gerade schreibe, ist mit dir Namensverwandt. Ich hoffe es stört dich nicht, dass sie eine Blutsaugerin ist ;)

      Dieses Jahr scheint bei dir ja ganz schön zugebombt zu sein mit Familienangelegenheiten ... ich drück dir da ganz ganz fest die Däumchen, dass alles super verläuft und dich keiner blöd anmacht, sondern alle nett und verständnisvoll reagieren!

      Meine "Treffen" am Freitag/Samstag waren aber weit weniger spannend als du tust *g* Die vom Freitag kennen mich ja quasi erst seit so einem Jahr vor dem Outing und die vom Samstag kannte ich gar nicht vorher ^^ Und es war auch ziemlich toll gelaufen, sehr witzig und spannend, und absolut ohne irgendeinen seltsamen Moment, wie auch ;)

      Zu dem Stolz kann ich nicht viel sagen ... ich meine nur, mich riesig über mein Leben und meinen Körper zu freuen :P ^^ Wenn ich an die OP denke, komme ich immernoch nicht aus dem Grinsen heraus *g* ;)
      Und zu dem Rest geb ich einfach nur mal die Reaktion einer Studentin wieder: "Wieso sollte das Thema [TS] denn zur Sprache kommen, ich meine du siehst komplett weiblich aus, und ich meine, häh?"

      Die soziale Phobie hat wirklich seit der OP ziemlich abgenommen. Manchmal hab ich aber nach wie vor Momente, in denen es mich zurück wirft, ganz wenig aber nur. Und ich denke, ich kann mich dann jetzt gut überwinden, so langsam.

      Die OP hat mir für mein Selbstwertgefühl echt wahnsinnig viel gebracht, auch vor allem die Korrektur!

      lg!

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  2. Hallo CoraCora!

    nein das mit der Namensähnlichkeit mit der Heldin in Deinem Epos stört mich natürlich nicht im Geringsten. VOR ALLEM DANN NICHT WENN sie eine Vampirin ist, denn ich bin absoluter Underworld-Fan und wäre gerne so wie die Selene...

    Ja dieses Jahr ist bei mir was los! Jetzt dann bald meine Geschwister zu treffen ist heavy. Aber wenns so ist wie immer und sie DAS denken was meine Eltern denken, dann wirds schon passen ^^.

    Siehst Du: Deine Treffen verlaufen auch super. Unsereins sollte nicht immer so negativ denken wenns um Familienfeste usw geht *g*.

    Tja, Deine Studienkollegin hat recht irgendwie. Das Thema sollte bei Dir inzwischen erledigt sein und wer es nicht weiß dem würde auch nix auffallen *5geb* !

    Dass die OP das Beste für Dein Selbstwertgefühl ist kann ich gut verstehen. Bei mir wird sie auch viel diesbezüglich ändern. Ich hab zwar generell keine Probleme im sozialen Bereich aber ausgerechnet beim Lebenspartner Scheu vor Nacktheit (zumindest auf ein paar qcm begrenzt) ist schon sehr doof...

    in diesem Sinne: machen wir weiter so! *g*
    glg; Kyra

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