Sonntag, 26. Februar 2012

GaOP Woche 0,5

Hier nun auch meine Erlebnisse im Krankenhaus ... 

Wer eine Medizin-Phobie hat, oder dem Genitalien peinlich sind,
sollte auf alle Fälle nicht weiterlesen! :P
(Als erprobte Quasi-Krankenschwester bin ich da etwas abgehärtet ;o) )

Der Tag davor, Dienstag, der 7.2.12

schon früh geht's los, halb 5 muss ich aus dem Bett. Am Vorabend habe ich schon alles rundum fertig gemacht, inkl. Verpflegung für die Fahrt, und Haare-waschen. So musste ich nur noch aus dem Bett springen und Zähne putzen und dann ab ins Auto mit meinem Vater, der mich zum Bahnhof fuhr.

Dort angekommen, kaufe ich mir gleich einen Kakao gegen die Aufregung. Und ein leckeres Brötchen, von dem ich aber mehr als ein paar Bissen nicht herunter bekomme, zumal ich eh Sachen mit habe. Wie es eben nunmal typisch für mich ist, hab ich viel zu viel mit, und muss dann, als ich im Krankenhaus angekommen bin, ohnehin komplett abführen, sodass jeder Bissen für die Katz ist. Tja, mein altes Laster.

Dort werde ich auf ein 4-Bett-Zimmer gelegt, in dem aber nur eine ältere Frau mit mehreren Katheterbeuteln am Bett hängend lag, die schon seit 7 Wochen dort war. Sie ist Russin, und hatte fast jeden Tag Besuch von ihrem Mann. Die beiden waren sehr nett, und sehr hilfsbereit. (Ganz anders als die Russen hier bei uns)

Bevor ich jedoch auf die Station kam, wurde ich zuerst untersucht, es wurde Blut abgenommen und ich wurde über alles aufgeklärt. Insgesamt dauerte das vielleicht 1-2 Stunden, aber es fühlte sich komplett alles hintereinander weg an, so dass ich es nicht einmal schaffte alle Formulare während des Wartens auszufüllen.
Das Gespräch über die OP hatte ich dabei mit einer Assistenzärztin, die scheinbar noch nicht so ganz vertraut damit war, denn sie erklärte mir einige Dinge komplett anders, als wie der Professor, was mich zu dem Zeitpunkt sehr sehr beunruhigte.

Deswegen ging es mir ab da auch überhaupt nicht mehr so gut, diese Ärztin hatte mich ziemlich verunsichert mit ihren Ausführungen, die sich im Nachhinein aber als unzureichend herausstellten. Aber das wusste ich erst am nächsten Morgen, bis dahin drehte ich total am Rad und heulte mir am Laptop bei Bekannten und Freundinnen die Augen aus :(


Der Tag der OP, Mittwoch, der 8.2.12

Wie schon geschrieben, bekam ich die Chance noch einmal kurz mit dem Professor zu reden, nachdem ich bei den Ärzten die zur Visite kamen etwas herum gezetert hatte. Die Assistenzärztin zeichnete mir nämlich eine anatomisch komplett falsche Version des OP-Ergebnisses auf und erklärte fest sie würden keine kleinen Schamlippen modellieren, was der Professor alles zurecht dementierte. Zwar muss ich im Nachhinein sagen, dass man das wirklich nicht als kleine Schamlippen bezeichnen kann, aber sie dennoch irgendwie trotzdem vorhanden sind auf den zweiten Blick. Und die Anatomie ist top, also bis auf einen Kritikpunkt (Kitzlerhäubchen) ist alles komplett natürlich und normal, eben sowas von komplett anders als auf der doofen Zeichnung.

Aber das wusste ich natürlich hier noch nicht, wie es später aussehen würde, so kurz vor der OP :P Die Zeit verging jedenfalls sehr langsam und meine Laune stieg immer mehr. Ich fühlte mich schließlich komplett auf Wolke 7, als der Fahrdienst kam, um mich in den OP zu fahren :) Allgemein sind ja so OPs sehr interessant, und die OP-Aufnahme-Schwester war total lieb und nett und sagte mir immer wieder ich brauche keine Angst vor dem Eingriff zu haben, wobei ich natürlich nur innerlich grinste :) Ich hatte keine Angst, nicht den Hauch von Angst, ich schwebte ja auf meiner Wolke davon ;)

Und so geschah es auch, dass ich nachdem ich Kanülen und Blutdruckmanchette angelegt bekommen hatte, und gefühlte 20 mal meinen Namen und Geburtstag zur Identifizierung nennen musste, letztlich komplett friedlich einschlummerte.

Ich weiß nicht mehr was ich träumte, ich weiß nur, dass ich kurz darauf wieder aufwachte. Und zwar im Aufwachraum, mir war nicht übel, aber dafür schwindelig und ich fühlte mich so dermaßen schwer. Und um das zu toppen, waren mein rechter Unterarm und die Hand komplett eingeschlafen.
Na toll, dachte ich mir.

Dann wurde ich nach einer kurzen Zeit wieder auf Station hoch gefahren, aber ich befand mich trotzdem noch irgendwie auf meiner Wolke, auch wenn mich der Arm ziemlich irritierte, auch wenn er inzwischen nicht mehr eingeschlafen war, aber dafür halbseitig taub, was sich noch 3-4 Tage lang halten sollte. Lagerungsschaden halt, aber zu dem Zeitpunkt verunsicherte mich das schon ziemlich, auch wenn mich die Schwestern und Pfleger und Ärzte alle beschwichtigten, dass dies in ein paar Tagen wieder weg gehen würde.

Jedenfalls war es schon nach 17 Uhr, und ich bekam sofort etwas zu Essen! :) Nach 10 Uhr wurde ich hinunter gefahren ... die OP sollte ja 4 Stunden dauern und verlief komplett komplikationslos :)

Schmerzen hatte ich nur noch im Aufwachraum, denn auf Station wurde mir sofort eine Schmerzinfusion angehängt (Morphium schätze ich), von der mir aber dermaßen übel wurde, dass ich sie nachdem sie zur Hälfte eingelaufen war, abhängen ließ und mir dafür eine andere gegen die Übelkeit geben ließ.
Die Schmerzen waren dadurch jedenfalls fürs erste Weg, das einzige was ich im Schritt spürte war der dicke enge Wundverband, der auch in mir sehr stark drückte. Ich war dann am 3. PostOP-Tag richtig froh, als der Verband gewechselt wurde gegen eine weniger stark drückende Variante.

Danach bekam ich dann Novalgin-Tropfen gegen die Schmerzen, die ich aber nicht vertrug, da meine Fingernägel sich in ein Milka-Kuh-Lila verfärbten. Deswegen wurde ich auf Tramal-Tropfen umgestellt, welche ich sehr gut vertrug :)
Dazu kam dann noch Voltaren, eine Tablette für die Blase, morgens wie immer mein L-Thyroxin (wegen Schilddrüsenunterfunktion) und natürlich Antibiotika-Infusionen.

Gefühlt hab ich mich trotzdem sehr gut :) Ich schwebte ja quasi auf meiner Wolke.
Und in mein Zimmer kamen noch zwei ältere Frauen hinzu, die eine Italienerin und die andere aus der Frankfurter Gegend. Beide waren jedenfalls sehr nett und es hat Spaß gemacht uns den ganzen Tag über zu unterhalten. So ein 4er-Zimmer ist definitv besser als ein 2er-Zimmer, so hat man immer was zu erzählen :P


Der 3. Post-OP-Tag, Samstag, der 11.2.12

Die ersten zwei Tage nach der OP vergingen sehr schnell und es passierte absolut nichts aufregendes. Ich bekam Schmerzmittel und Essen, auf Klo musste ich nicht, da alles über den Bauchdecken-Katheter abfloss. Fernsehen hatte ich, und Internet an meinem Laptop auch. Die Frau an der Pforte hatte nämlich einen netten Fehler beim Ausstellen des Zugangscodes gemacht und mich für 1,5 Wochen an statt 5 Tage freigeschalten :P Das hab ich natürlich genutzt ;)

Der Verband war auch jederzeit komplett weiß geblieben, was bedeutet, dass die Blutungen sich stark in Grenzen gehalten haben. Als der Verband nun gewechselt wurde, war darin aber dennoch eine riesige Blutlache aus altem Blut und darauf aus frischem Blut :P

Bei dem kurzen Blick den ich da schon auf das Ergebnis warf, war aber alles noch sehr sehr geschwollen. Besonders das Kitzlerhäubchen schien ein einziger kleiner Tischtennisball, was zu meinem Erschrecken so aussah als würde da etwas vom Zustand davor übrig geblieben sein. Doch ich beruhigte mich schnell, schließlich schwebte ich ohnehin auf meiner kleinen Wolke ;) Und letztlich ist eben auch nix übrig geblieben :)

Am besten war daran wie schon gesagt die Drucklinderung :)


Der 4. Post-OP-Tag, Sonntag, der 12.2.12

Galt es früher noch, man würde am Sonntag nicht aus dem Krankenhaus entlassen werden, so stimmt das auf keinen Fall für das Klinikum in Frankfurt, denn die Russin machte sich auf die Socken, nachdem wir wegen der Italienerin isoliert wurden, da sie durch das Antibiotika Durchfälle bekommen hatte, und auf der Nachbarstation der liebe Noro bzw. die Glostridien ihr Unwesen trieben, was sie natürlich nicht hatte, aber das weiß man ja ohne Untersuchung nicht sicher. Und sicher ist eben sicher. Die Visite kam ebenfalls auch Samstags und Sonntags, auch wenn die nur ein Arzt bzw. eine Ärztin durchführte und nicht die übliche Schar der 2-7 Ärzte und Studenten.

Jedenfalls kann ich auch nun schon bestätigen, dass die Heilung jeden Tag einen riesengroßen Schritt nach vorne macht. Die Schmerzen werden schon weniger und ich kann mich sogar schon etwas auf die Seite legen (ja ja bevor jemand meckert, man soll 4-5 Tage auf dem Rücken liegen, sodass alles gut verheilen kann, aber glaubt da draußen ernsthaft jemand ich könnte meinen Popo so lange still halten? :P) und das "aufsitzen" im Bett klappt auch schon ganz gut, bis dato musste ich quasi im Liegen essen, so geht immerhin schon ein 45° Winkel :P

Die meisten Schmerzen habe ich auch nicht mehr tief in der Scheide (der Druckverband!!), sondern in den Leistenkanälen. Dort werden sich die Schmerzen auch noch eine ganze Weile lang halten, besonders Rechts.
Zu dem Zeitpunkt spüre ich auch zum ersten mal den Kitzler aufblitzen mit Nervensignalen. Aua!

Dafür sind die Antibiotika-Infusionen schon gegen Tabletten substituiert worden, sodass ich dann auch eine Kanüle gezogen bekam, da ich an der Einstichstelle anfing zu bluten.

Die Bauchmuskeln konnte ich aber immernoch nicht ohne große Schmerzen anspannen. Dies wurde mir auch von den Ärzten untersagt. Doof nur, dass im Fernsehen Kabarett kam und ich deswegen nicht wusste ob ich lachen oder weinen sollte, da ich das Lachen unterdrücken musste, aber jede kleine Bewegung im Bauch schmerzte. Aber ich liebe es zu Lachen, deswegen konnte ich auch nicht vom Kabarett lassen! ;)
Das doofste daran war aber, dass mein Darm immer voller wurde und anfing weh zu tun und ich Blähungen bekam, wobei jeder kleine Pups große Schmerzen verursachte. Doof eben. Aber ich hab's überlebt ;)


Im nächsten Post geht dann die Post ab, denn ich darf aufstehen und kann mir das erste mal das Ergebnis mit meinem Spiegelchen angucken.

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