Mittwoch, 29. Februar 2012

GaOP Woche 1

Wie schon angekündigt, geht ab jetzt wieder die Post ab, denn ich darf endlich aufstehen und mir die Haare waschen! ♥ yay!

Und nochmal: Wer sich schnell ekelt oder wer sich gerne fremdschämt, der sollte nicht weiter lesen! Ich schreibe durchaus medizinisch detailliert ;o)

Doch zuerst die passende musikalische Untermalung meines neuen koreanischen Lieblingsdramas!



Der 5. Post-OP-Tag, Montag, der 13.2.12

Im Prinzip begann der Tag ziemlich schrecklich, denn gleich nach dem Frühstück wurde ich zu den urologischen Untersuchungsräumen gefahren, die man aber auch sehr gut als gynäkologische Untersuchungsräume bezeichnen konnte, wenn man besagten berühmt berüchtigten super bequemen Stuhl mit den zwei Halterungen für die Beine in Betracht zöge.

Der Stuhl war aber im Folgenden noch das angenehmste ;o) Denn schon wie ich mit Aufbringung all meiner schwachen Kräfte aus meinem Bett rüber auf den Stuhl robbte (ich konnte ja noch nicht aufstehen), kam gleich die Ärztin und sortiere ihr nettes steriles Besteck, das auf einem kleinen Rolltischchen sorgfältig platziert war. (Der Rolltisch war aber ständig im Wege in dem kleinen Raum)

Sorgfältig wurde der Verband entfernt. Dabei wurde gefühlte 30 Meter Tamponade aus mir heraus gezogen, natürlich über und über in Blut getränkt, und dazu die Wunddrainagen gezogen, aua! Der Bauchdeckenkatheter wurde aber sofort wieder mit sterilen Schlitzkompressen fixiert, und überhaupt war der Bauchdeckenkatheter das übelste an der gesamten Geschichte. Zumindest bis auf ein noch bevorstehendes Ereignis.
Nachdem dann im Wundgebiet alles schön mit kaltnassen Tupfern gesäubert und desinfiziert wurde, und die Ärztin die Scheide mit diesem tollen Entenschnabel-Besteck untersuchte (und lecker schleimig geronnene Blutklumpen heraus holte), wurde mir der Bougi gezeigt.

Bougi? Das ist ein Fingerlanges aufblasbares mit Schaumstoff gefülltes Etwas. Und damit sollte ich von nun an bougieren, das bedeutet ich muss damit die Scheidenwand dehnen, damit diese sich nicht zusammenzieht und vernarbt, was dann schlicht bedeuten würde, dass nichts größeres als Tampons hinein passen würden. Und da das nicht mein Ziel der Geschichte ist, muss ich da ab jetzt 4 x täglich mit dem gewissen Etwas hinan. Idealerweise ist das ein praktischer Zeitvertreib zum Fernsehen, anstelle von Sudoku oder Fingernägelkauen (mache ich natürlich nicht!).

Und dort auf dem Stuhl sollte ich den Bougi das erste mal einführen. Ich sag nur: Wunde + Nähte + Einführen = Aua. Da waren selbst meine Schmerztropfen wie Wasser ... Aber irgendwie habe ich es trotzdem geschafft, wobei das Einführen besonders morgens bis heute ein Graus ist, obwohl ich mit den kleinen snurrenden Dingern nie Probleme oder Schmerzen hatte. Komisches Bougi.

Danach sollte ich dann von dem Stuhl aufstehen und zu meinem Bett gehen, was direkt daneben stand. Natürlich nicht alleine, und die Hilfe der Schwester und der Ärztin habe ich da wirklich gebraucht, um  nicht hinzufallen. Es ist erstaunlich, wie sehr so eine OP und 4-5 Tage Bettruhe schon ausmachen können. Es hat mich zum Glück nicht gedreht, dahingehend war mein Kreislauf schon immer recht zuverlässig, mir wird dann eher schwarz vor Augen. Aber hier habe ich es zum Glück ganz gut bis zum Bett geschafft, auch wenn ich total erschöpft war, als ich wieder auf Station gefahren wurde.

Vor dem Mittagessen kam dann eine Schwester zu uns ins Zimmer, um die Betten frisch zu machen. Dabei half sie mir beim Aufstehen und 3 Runden ums Bett zu gehen, während sie alles bezog. Mir war schon etwas schwindelig und leicht übel, und die Kräfte fehlten mir natürlich auch, aber es ging doch schon wieder ganz gut. Nach dem Mittagessen konnte ich dann sogar endlich wieder auf Klo, was für ein Segen! :o)

Danach mache ich mich dann auch das erste mal daran selbst zu bougieren, im Bett und natürlich unter der Decke. Doch zu allererst krame ich natürlich meinen Handspiegel heraus und betrachte mir das Ergebnis! Es war überwältigend! Und es sah vor allem viel weniger schlimm aus als ich befürchtet hatte! Es war zwar noch alles ziemlich geschwollen, die Schamlippen waren zur Hälfte Pechschwarz vom Blut und die Nähte waren überall noch wund und leicht am bluten, aber ich konnte schon erkennen wie filigran da doch gearbeitet wurde, vor allem an den Schamlippen und dem Kitzler. (Ganz anders als auf der doofen Skizze! :p)

An das sozusagen erste mal kann ich mich so aber gar nicht mehr richtig erinnern. Zum Glück, wahrscheinlich! Ich weiß nur noch, dass ich positiv überrascht war, dass sich die Scheide so komplett nach Schleimhaut angefühlt hat. Und, dass es ziemlich weh tat, vor allem wegen der ganzen Nähte, die taten immer am meisten weh, zumal die Öffnung auf Damm-Seite noch etwas zugenäht war und ich da zu tun hatte den Bougi durchzufädeln.
Dafür ist das manövrieren in den hintersten Winkel, sprich der Bougi passt wie perfekt genau hinter die Beckenbodenmuskeln, ziemlich leicht (noch!) und selbst im aufgeblasenen Zustand habe ich kaum bis keine Schmerzen. Das einzig doofe war nur, dass ich immer wieder Reste des Blutergusses oder auch mal etwas frisches Blut mit heraus holte.

Nachdem das geschafft war, sollte ich denn nun immer ein Kamille-Sitzbad folgen lassen. Dafür gibts so nebenbei diese netten Schüsselchen zum ins Klo hängen ... das blödeste an diesem Tag war eben nur, dass mein Kreislauf noch arg zu kämpfen hatte, und ich deswegen kaputter wieder vom Schüsselchen hochkam als wie ich mich setzte.

Und das ganze musste ich von da an 4 x den Tag tun ... seufz zum Glück wird das irgendwann zur Routine.

Der Puschi Wuschi Bougi - Echt aufblasbar.


Der 6. Post-OP-Tag, Dienstag, der 14.2.12

An jenem Tag ist mir ein kleines Malheur passiert. Schon am Morgen holte ich erneut, aber diesmal mehr als sonst von dem Bluterguss heraus, und bei der Wundkontrolle danach fiel der Ärztin auch eine leichte Blutung auf.
Jedenfalls war ich mittags beim Bougieren ziemlich erschrocken, als auf einmal ein großer Schwall frisches Blut heraus kam, und war dementsprechend verunsichert. Ich rief sofort über die Klingel den Pfleger, der dann gleich sofort losstürmte und der Ärztin bescheid gab, und mich dann sofort gleich persönlich nach unten zu den Untersuchungsräumen fuhr.

Die Ärztin dagegen war mehr als seelenruhig, ja sie hatte das schon kommen sehen, wegen der leichten Blutung. Super, dachte ich mir da nur! Aber zumindest war ich dann etwas beruhigt.
Und zur Belohnung bekam ich gleich befühlte 20 Meter Betaisodona-getränkte Tamponade quasi schon hinein gepresst. Das war etwas unangenehm, aber dafür musste ich den restlichen Tag nicht mehr bougieren, yay! ;o)


Der 7. Post-OP-Tag, Mittwoch, der 15.2.12

Dieses mal wurde ich schon direkt beim Frühstücken unterbrochen und zu den Untersuchungsräumen gefahren. Dort wurde die Tamponade wieder heraus gezogen, die Blutung hatte gestoppt und sah, so fand die Ärztin, in Ordnung aus.
Dafür wurde dann endlich der Katheterbeutel angeknibbert und dafür bekam ich ein Ventil, mit dem ich selbst Urin ablassen konnte, damit sich die Blase wieder daran gewöhnt gefüllt zu sein. (Ich bin echt die nächste Woche lang nur noch gerannt!)

Aber, was dann kam, war das aller aller schlimmste an der ganzen Geschichte! Die Harnröhre war mit einem dünnen Faden durchzogen, damit sie sich nicht verschließt, und dieser wurde gezogen, wodurch erst einmal ein Schwall Blut heraus kam, und die Ärztin drückte und drückte bis alles Blut heraus war. Dann nahm sie sich einen dünnen Katheter (10er, danach nochmal mit einem 12er), und stach durch die Harnröhre hindurch in die Blase!! Durch die Blutkrusten und es tat einfach nur höllisch weh!
Ich glaube die Schwester hat sich da auch mehr als einmal um mich Sorgen gemacht, weil ich natürlich fast wie am Spieß geschrien hab ;o)

Jedenfalls kam gleich ein ganzer Schwappen Urin durch den Katheter, den die Ärztin durch die Harnröhre geführt hatte. Dann bekam ich noch eine dicke Mullbinde zwischen die Schamlippen geklemmt, die auch erstmal richtig schön vollblutete, und durfte zurück auf Station.
Danach hab ich es auch gleich geschafft etwas Wasser zu lassen über die Harnröhre! Auch wenn ich gleichzeitig immer das Ventil öffnen musste, weil sonst die Schmerzen in der Blase zu groß waren. Allerdings klappte das auch nur das eine mal so gut, da die Harnröhre schnell wieder etwas verklebte durch das Blut.

Aber das sollte einfach noch mehrere Tage brauchen, bis ich wirklich gut und auch ohne das Ventil Wasser lassen konnte, doch es hat geklappt :o)

An jenem Tag war ich auch noch kurz in der Neurologie wegen der Taubheit im rechten Unterarm/Hand, die allerdings schon längst wieder verschwunden war. Blöd war eben nur, dass ich von einer Toilette zur nächsten rennen musste ;o)


Das war die erste Woche :o) Von nun an ging alles mehr oder minder seine geregelten Bahnen, sprich ich hatte das schlimmste hinter mir. Nur noch eine Woche im Krankenhaus, und dann ab nach Hause.

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