Mittwoch, 23. März 2011

Antwort des MDK

Gerade eben hat mich meine Krankenkasse erneut angerufen und mir mitgeteilt, dass der MDK meinen Antrag begutachtet hat...

Es ist wirklich so gekommen, dass der MDK-Sachverständige meine private Therapie nicht anerkennt, da diese nur eine Therapie und keine Psychotherapie gewesen ist (formal gesehen).

Das bedeutet, dass ich den Antrag im Februar 2012 erneut stellen darf bzw. mich dann wieder an meine Krankenkasse wenden kann, um dann die 18 Monate (die der MDK ab August 2010 zählt) "abgearbeitet" zu haben...


Für den ersten Moment ist es natürlich schon enttäuschend, auf den zweiten habe ich mir das ja schon gedacht, aber immer noch gehofft, es würde glatt laufen.

Zum Glück habe ich noch ein 32 Stunden Kontingent für Tiefenpsychologie in petto, nur wollte ich eigentlich auf Grund meiner Ausbildung eine Therapiepause machen, aus der jetzt wohl nichts mehr werden wird.

Adieu GaOP Herbst 2011, jetzt heißt es Willkommen GaOP Sommer 2012 ... und das abwarten geht weiter, es sind ja nun schon 2 ganze Jahre, aus denen wohl noch 4 Jahre werden werden.

:'(

Dienstag, 15. März 2011

Mein OP-Antrag ist beim MDK

Endlich ... endlich 5 Wochen nachdem ich den Antrag bei meiner Krankenkasse einreichte, ruft sie mich gerade eben an und sagt sie reichen den Antrag so jetzt an den MDK – den medizinischen Dienst der Krankenkassen – weiter :3

Das einzige, was mir jetzt noch einen Strich durch die Rechnung machen kann, sind folgende Sachen:
  • der MDK beanstandet, dass ich ein Vorgespräch bei einem Operateur benötige, dann würde ich eine Bestätigung nachreichen. Die Sachbearbeiterin meiner Krankenkasse hat sich mit meiner Erklärung zufrieden gegeben, dass mir das aus logistischen Gründen noch nicht möglich war.
    Ich möchte allerdings wenn meine Ausbildung angefangen hat und ich wieder sicher mit Hormonen versorgt bin, bei Prof. Sohn in Frankfurt/Main vorsprechen. Ich schätze, dass daraus Mai wird.
  • der MDK erkennt meinen ersten Therapeuten nicht an, welcher Körpertherapeut ist und auch keine Kassenzulassung besitzt. Hier müsste ich wohl etwa ein 3/4 Jahr Therapie nachholen.
Aber wenn alles nicht klappt, werde ich über die ausstehende Personenstandsänderung (das Amtsgericht Dresden ist immernoch stur) versuchen durch eine einfache Indikation ohne F64.0 die Kosten erstattet zu bekommen. Aber ich habe noch Hoffnung ;o)
Und wenn alle Stricke reißen, werde ich mit finanzieller Unterstützung meiner Familie das ganze privat durchführen lassen. Irgendwo ist es mir das alle male Wert.

Ansonsten bleiben mir nur noch zwei Wochen, bis ich umziehen werde! Die Zeit läuft ... :o)

Freitag, 11. März 2011

僕の三つの白羽 chapter 1 scene 2

~ Dies ist die Fortsetzung von Szene 1


:: Kapitel 1 Szene 2 ::
:: Am Vortag ::
:: Samstag, der 12. September 1998 ::
:: Hanako ::

Diese erneut nervige Schulwoche ist nun fast zu ende. Die Sommerferien gingen wirklich viel zu schnell vorbei, jetzt heißt es wieder den ganzen Tag herum sitzen und Lernen. Aber ich finde ja, da sollte der Spaß wirklich nicht zu kurz kommen. Heute ist Sonnabend, ich werde also wieder mit Tsubasa¹ und Ryou² den Nachmittag verbringen. Ich muss die beiden unbedingt mal wieder zum Karaoke zerren, am besten ich frage noch – huch! Ich habe wohl etwas geträumt und nun hat mich Herr Sato³ an die Tafel gerufen! Wie peinlich!

Ich schlendere also nach Schulschluss gemütlich aus dem Gebäude. Hinter mir sind Tsubasa und Ryou, sie streiten sich mal wieder darum, welches Model am niedlichsten ist und bei welchen sie mich einsortieren würden. Ich sage ihnen, durch die neusten Vergleiche ganz verlegen, dass sie damit aufhören und sich besser darauf vorbereiten sollten mit mir auszugehen. Während Ryou seine Stimme senkt, schlägt Tsubasa vor heute abend auch die Spielhalle aufzusuchen. Ryou ist davon nicht sehr begeistert und macht den Gegenvorschlag einen Film anzusehen. Ich sage ihnen also, dass es mir egal ist und fordere sie auf meine Schultasche zu tragen. Tsubasa besteht darauf dies zu tun und willigt dafür ein ins Kino zu gehen. Die beiden sind schon ein lustiges Pärchen, denke ich bei mir und muss darüber lachen, woraufhin sie mich nur verständnislos anblicken. Da sich unsere Wege an der Kreuzung, in welche meine Wohnstraße mündet, trennen, verabschiede ich mich von ihnen und renne mit meiner Schultasche in der Hand nach Hause.


Sobald ich jedoch das Tor durchschreite, kommt mir wieder etwas in Erinnerung, etwas wichtiges, was ich total vergessen hatte: Morgen kommt meine Kusine! Ich bin aufgeregt, ich sollte doch heute mein Zimmer aufräumen. Ach, das mache ich morgen früh, sage ich zu mir und merke mir, heute früher als sonst nach Hause zu gehen.
Dann betrete ich das Haus, Mutter ist bereits von Arbeit zurück, ich höre sie im Wohnzimmer den Staubsauger benutzen. Ich gehe also direkt die Treppe nach oben in mein Zimmer, um mich umzukleiden. In Unterwäsche stehe ich vor dem Kleiderschrank und gehe in Gedanken mögliche Kombinationen durch. Ich bin unschlüssig, ob ich mich eher schwarz kleiden soll, oder doch lieber das hellgrüne Oberteil nehmen sollte. Ich denke wieder an meine Kusine. Ich habe sie seit wir im Kindergarten zusammen spielten nicht mehr gesehen. Mutter erzählte mir, sie lebt bei ihrem Vater in einem Vorort von Oosaka. Sie sagt, es steht nicht gut um ihre Gesundheit. Ich versuche mich an ihren Namen zu erinnern, dabei fällt mir aber statt dessen ein, dass ich meinen neuen Rock noch gar nicht getragen habe. Ich gehe also meinen Kleiderschrank durch und suche passende Stücke zusammen. Nachdem ich mich angezogen habe, gehe ich die Treppe hinab in die Küche und nehme mir etwas Joghurt aus dem Kühlschrank. Mutter sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa, ich setze mich zu ihr. Sie fragt mich, wie es in der Schule gelaufen ist und ob ich heute ausgehen möchte. Ich erzähle ihr, dass ich mit Tsubasa und Ryou ins Kino gehe, worauf sie mir aber entgegnet, dass sie gerne meine helfende Hand hätte, um im ganzen Haus für Ordnung zu sorgen und Kaorus Zimmer sauber zu machen. Kaoru, das war der Name meiner Kusine, nach dem ich fragen wollte.

Ich erzähle ihr, dass ich mich noch gut daran erinnern kann mit Kaoru im Kindergarten gespielt zu haben und frage sie nach den Gründen für ihr Kommen. Mutter schweigt kurz, dann erzählt sie von der Zeit als Onkel noch in Toukyou wohnte. Ebenso erzählt sie, wie Tante Kaedes Gesundheit immer schwächer wurde und Onkel nach Nara zog, um Tante vor Ort in einer speziellen Klinik behandeln zu lassen. Da ich diese Geschichte schon einige male gehört habe, unterbreche ich sie und frage sie nach Kaorus Gesundheitszustand. Wieder schweigt sie kurz, als ob sie überlegen muss was sie sagen soll. Das weckt ein beklemmendes Gefühl in mir, aus welchem eine Vorahnung erwächst. Schließlich sagt Mutter, Kaoru habe einen angeborenen Herzfehler, so dass ihr Kreislauf nicht akkurat arbeitet. Darauf weiß ich nicht, was ich antworten soll und sage ihr statt dessen, dass ich mir Kaoru als blasses schüchternes Mädchen mit langen schwarzen Haaren und tiefen Augen vorstelle. Zu meiner Verwunderung sieht mich Mutter irritiert an. Dann fragt sie mich, ob ich denke, dass Kaoru ein Mädchen* sei. Ich bejahe natürlich ihre Frage und erzähle ihr von einer Szene aus meiner Zeit mit Kaoru, die mir in Erinnerung geblieben ist. Ich weiß nicht, warum gerade diese Szene erhalten geblieben ist, jedoch sehe ich mich und Kaoru vor meinem inneren Auge in leichten Sommerkleidern am Strand hocken und im Sand spielen. Erneut schweigt Mutter, kommt aber alsbald zu dem Schluss mir zu sagen, dass sie sich an keinen Strandausflug mit mir und Kaoru erinnern kann. Ich finde es äußerst suspekt, dass meine Erinnerung mir einen Streich spielt und versuche mir Kaoru als Jungen vorzustellen. Mutter entschuldigt sich es mir nicht erzählt zu haben und sagt, sie sei davon ausgegangen, dass ich mich an ihn erinnerte.

Ich stehe also auf um die Debatte zu beenden und blicke auf die Uhr. Mutter erhebt sich ebenfalls und sagt mir ich solle nicht all zu spät wieder zu Hause sein. Dann greift sie nach dem Staubsauger und schickt sich an den Flur zu saugen. Ich gehe ins Badezimmer und mache mich noch einmal frisch, bevor Tsubasa und Ryou aufkreuzen, um mich abzuholen.

Wie konnte ich mich da täuschen? Aber an wen habe ich mich denn da erinnert?

1: Tsubasa Watanabe, Oberschüler; Fitness- und Fußballclub
2: Ryouichi Kobayashi, Oberschüler; Fitness- und Leseclub
3: Takuma Sato, Lehrer für Geschichte und Japanisch der Oberstufe
4: Kaoru Kawashima, Senior der Mittelstufe, Hausunterricht, Sportbefreiung


der gesamte Text © Cornelia S.

* Im Japanischen gibt es keine Personalpronomen, weswegen man, wenn man über jemanden spricht, nicht direkt erkennen kann, um welches Geschlecht es sich handelt.

Dienstag, 1. März 2011

in Kürze – Neugierige Ärzte

Gerade eben, als ich wegen eines Harnwegsinfekt beim Vertretungsarzt meines Hausarztes war, ist mir wieder deutlich geworden, dass ich mir dringend mal plausible Ausflucht-Argumente einfallen lassen muss.

Denn die meisten Ärzte wissen ja nichts über meine Vergangenheit und erzählen möchte ich das denen nun schon gar nicht. Daher halte ich mich meistens sehr bedeckt damit, und da ich auch keine Lust verspüre mich da zu erklären, muss ich mir jetzt ein paar Strategien überlegen, wie ich die Fragen nach meiner letzten Regelblutung etc. geschickt aus dem Weg gehe.

Ich bin ja schon einige male in den Genuss gekommen eine gynäkologische Befragung über mich ergehen zu lassen :< Und da sag ich eigentlich nur immer, dass ich keine Gebärmutter habe, und hoffe, dass die Ärzte nicht weiter bohren.

Bei so kleinen Fragen nach meiner Regel, sag ich aber in der Regel nur, dass ich die Pille durchgängig nehme, und das daher schon eine ganze Weile her ist ;-) Damit geben sich die meisten auch zufrieden.


Jetzt bleibt mir nur noch eines zu sagen: 
Qué Será Será

Donnerstag, 24. Februar 2011

Gerichtliche Auslegungen ...

... haben nun auch mich getroffen. Ich hatte am Amtsgericht meine Personenstandsänderung beantragt, indem ich mich auf das BVerfG-Urteil vom Januar berufen hatte, allerdings habe ich nun die Rechnung für mein schnelles Handeln bekommen.

Das Amtsgericht Dresden, wie ich erfahren habe, ist der Meinung, dass das o.g. Urteil nur im Falle einer eingetragenen Partnerschaft / Ehe gültig ist, und sonst das alte Prozedere gilt.
Das bedeutet natürlich, dass sie mir die Personenstandsänderung nicht anerkennen, und mir zur Klärung erneut 2 Gutachter auf den Hals ansetzen möchte.

Und ehrlich gesagt fühle ich mich damit ein bisschen wie vor die Wand gestellt. Ich habe wohl doch viel zu verfrüht eingegriffen und keine anderen Urteile abgewartet, um mir sicher zu sein. Ich wollte eben die gute Chance nutzen...


Jetzt darf ich mir dafür überlegen, wie ich dem Amtsgericht und dem zuständigen Beamten / Richter klar mache, wie die Rechtslage aufzufassen ist. Ich, als einfache Bürgerin, soll einem Richter eines Besseren belehren ...
Ich werde es zumindest versuchen, und wenn sie sich nicht umstimmen lassen, den Antrag wieder fallen lassen. Mich erschlägt es nur gerade, weil ich keine Rechtsschutzversicherung besitze und auf den Gerichtskosten sitzen bleiben würde.


... Und zur Krönung des Tages hab ich mir nun auch doofer Weise noch ein Knöllchen fürs Falschparken eingehandelt ...

Samstag, 19. Februar 2011

僕の三つの白羽 chapter 1 scene 1


:: Kapitel 1 Szene 1 ::
:: Sonntag, der 13. September 1998 ::
:: Kaoru ::

Es ist der erste Tag der Woche: Die Grillen zirpen laut im Bambus, der langsam im Wind seine Blätter hin und her tanzen lässt. Ein kleines Bächlein ergießt sich aus einem Gebirge aus Steinen, welches zwischen Moos und roten Ahornblättern ruht. Es ist einer dieser Spätsommertage, an denen die Luft fast unerträglich stickig zu sein scheint. Zwischen den wiegenden Blättern ist es sehr feucht, von Zeit zu Zeit hört man einen Tropfen auf einen Stein plätschern. Einer jener Tropfen, welche sich aus der Luftfeuchte speisen und langsam über die Blattnarben rinnen, um beim Sprung in die Tiefe jenes Blatt zum Erzittern zu bringen.

Hinter der Terrasse sind jedoch andere Geräusche zu vernehmen. Kartons werden zugeklebt, Schranktüren quietschen. Alles wird demontiert und verstaut, jener erste Tag der Woche ist mein letzter Tag in diesem Haus und damit Oosaka. Ich lege die Hände auf den Schoß und atme ein letztes mal den Geruch des nassen Mooses ein, so gut ich kann. Ich bin ehrlich zu mir, diese Krankheit hat sich die letzten Jahre nicht gebessert. Ich muss nach wie vor täglich diese Medikamente nehmen, die mein Arzt, Dr. Takaguchi¹, mir verschreibt. Er sagt ich brauche die Medikamente, damit meine Bauchschmerzen mich nicht umbringen. Doch seit ich dieses neue Medikament einnehme, welches er mir seit zwei Monaten verschreibt, fühle ich mich immer schwächer. Ich hatte schon immer leichtes Asthma, nun aber spüre ich wie mein Kreislauf von Woche zu Woche labiler wird. Ich nehme ein Stofftaschentuch aus meinem Schlafrock und wische mir die Stirn. Der Atem geht schwer, ich schließe die Augen, um auf andere Gedanken zu kommen.

Ich denke an mein neues zu Hause. Wie sieht es wohl aus? Ich habe von Vater gehört, dass es an der See liegen soll. Dr. Takaguchi ist der Meinung, die Meeresluft wird mir gut tun und mein Asthma und die Kreislaufbeschwerden lindern. Nachdem Mutter starb, sind Vater und ich hierher gezogen. Vater arbeitet im großen Forschungszentrum, schon soweit ich mich zurückerinnern kann. Es liegt wohl auf Shikoku, Vater bleibt immer für einige Tage weg wenn er auf Arbeit fährt. Zu Hause sitzt er dagegen meistens vor seinem Computer, ich verstehe nicht was er dort tut und er sagt immer es ist auch gut so.

Nun aber, da es mit meiner Krankheit nicht gut steht, hat Vater sich entschlossen mich zu meiner Tante zu schicken. Er sagt, er zieht wohl nach Shikoku, um besser arbeiten zu können. Meine Tante hat eine Tochter. Vater sagt, ich habe mit ihr zusammen im Kindergartenalter gespielt. Ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern.


Ein Meer von Tropfen wird von den Blättern geschüttelt, ich sehe einen rotbraunen und buschigen Schwanz durch den Ahornbaum huschen. Ich reibe mir die Augen und strecke die Arme in die Luft. Langsam richte ich mich auf. Ich drehe mich um und gehe ins Haus. Es ist ein modernes Haus, überall ist Technik, ich verstehe sie nicht. Ich stelle mir das Haus meiner Tante völlig altmodisch vor, wie in den Filmen die mir Vater aus der Stadt mitbringt. Ich kann mir nicht helfen, der Gedanke lässt mich lächeln. Es ist ein bitteres Lächeln, denn ich kenne das Haus meiner Tante nicht und sage mir, wie Dr. Takaguchi immer betont: Ich sollte meinen albernen Träumen keinen Glauben schenken. Ich gehe in die Küche und setze mir einen Tee an, grün mit Bambus, meine Lieblingssorte. Ich werde sie vermissen, denn Vater ist der Meinung ich sollte den Tee nicht mitnehmen. Er ist immer ganz pingelig, wenn es um Lebensmittel geht.

Die Uhr an der Wand schaut mich an, als wollte sie sagen, ich habe keine Zeit mehr. Ich setze mich mit der Tasse an den Tisch und verinnerliche in mir noch ein mal den Geschmack des Hauses. Dann steige ich die Treppe hinauf in mein Zimmer, es ist leer. All meine Sachen sind bereits verpackt und im Wagen verstaut. Nach einigen Blicken in alle Ecken wende ich mich wieder dem Flur zu und betrete das Badezimmer. Ich muss mich noch einkleiden, bereits in einer Stunde werde ich losfahren. Ich schaue in den Hof hinaus, dort steht die schwarze Limousine, welche mich nach Toukyou fahren wird. Der Fahrer lehnt an der Wagentür und beißt in ein Reisbällchen, welches er davor aus einer kleinen Plastikbox genommen hatte. Ich konnte Menschen schon immer schlecht einschätzen, ich weiß also nicht, was ich von ihm halten soll. Aber Vater hat ihn ausgesucht, deswegen werde ich ihm vertrauen.

Ich wende mich also erneut dem Waschtisch zu. Ich streife meinen Schlafrock ab und betrachte mich im Spiegel. Alles normal, denke ich. Dann greife ich nach dem Duschkopf, um mir die Haare zu waschen. Nach dem Fönen kleide ich mich schließlich an. Wie immer Jeans und Kragenhemd. Ich schaue noch einmal aus dem Fenster, sehe mich im Haus um und atme ein letztes mal den Geruch der auf dem Wasser treibenden dunkelroten Ahornblätter ein.

1: Dr. med. Saburou Takaguchi, Facharzt für Psychiatrie, Therapeut mit Privatpraxis

der gesamte Text © Cornelia S. 


ich werde jetzt nach und nach Szenen aus meinem Roman hier veröffentlichen, und dabei an aktuellen weiter schreiben, wobei ich leider in letzter Zeit kaum dazu gekommen bin, da ich mit Haushalt für 4, Therapie und "meinem neuen Date" genug um die Ohren habe ...

Montag, 14. Februar 2011

Meine erste Spritze

Nein, ich bin nicht auf Heroin gekommen =)

Zwar hat meine Ausbildung zur Krankenschwester noch nicht begonnen, aber da ich ja schon eine ganze Weile lang in der Pflege gearbeitet habe, stört mich das ganz und gar nicht auch jetzt schon Maßnahmen durchzuführen ;o)

Da meine Mutter einen Unfall hatte und seitdem nicht mehr ohne Schmerzen auftreten kann, ist sie dazu gezwungen Spritzen gegen Thrombose* zu nehmen. Bis gestern hat das noch ein ambulanter Pflegedienst, also gelernte Krankenschwestern, übernommen, aber seit heute hätte sie sich selbst spitzen müssen.

Allerdings, und das kann ich gut verstehen, möchte sie sich nicht selbst spritzen, und so darf ich ihr das jetzt einige Woche lang tun. Und es war auch total einfach ;)

Es ist nur das erste mal etwas komisch, wieviel Kraft man braucht um die Nadel durch die Haut zu stechen, aber wenn man da einmal durch ist, ist es wie in einem Quark herum zu stochern =P


* Thrombose sind diese netten Blutgerinsel in den Venen, die häufiger bei Bettlägerigkeit oder Bewegungsmangel (z.B. durch Gipsbeine) auftreten oder auch ganz fies bei GaOPs auftreten können ;o)